Henry van de Velde Credo* (1907) Du sollst die Form und die Konstruktion aller Gegenstände nur im Sinne ihrer elementaren, strengsten Logik und Daseinsberechtigung erfassen. Du sollst diese Formen und Konstruktionen dem wesentlichen Gebrauch des Materials, das du anwendest, anpassen und unterordnen. Und wenn dich der Wunsch beseelt, diese Formen und Konstruktionen zu verschönern, so gib dich dem Verlangen nach Raffinement, zu welchem dich deine ästhetische Sensibilität oder dein Geschmack für Ornamentik -- welcher Art sie auch sei -- inspirieren wird, nur insoweit hin, als du das Recht und das wesentliche Aussehen dieser Formen und Konstruktionen achten und beibehalten kannst! * aus -- Ulrich Conrads. Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Vieweg: Braunschweig/Wiesbaden, 1981, S. 14. Conrads kommentiert zu diesem Text (S. 14): "In seinem Buch "Vom Neuen Stil" setzt Henry van de Velde die prinzipiellen Erklärungen seiner 'Laienpredigten' fort. Die von ihm "Credo" genannten drei Abschnitte finden sich im Kapitel 'Das Streben nach einem Stil, dessen Grundlagen auf vernünftiger, logischer Konzeption beruhen.' Man brauche diese Prinzipien -- so sagt Henry van de Velde -- nur auszusprechen, um sie geltend zu machen. Ihre Fruchtbarkeit sei bereits erwiesen. In der Tat erwachsen daraus nicht nur der Theorie und Kritik, sondern auch der Praxis des neuen Bauens die zwei Grundforderungen: Materialehrlichkeit, Konstruktionsehrlichkeit. Beide sind seither unbestritten."
Credo* (1907) Du sollst die Form und die Konstruktion aller Gegenstände nur im Sinne ihrer elementaren, strengsten Logik und Daseinsberechtigung erfassen. Du sollst diese Formen und Konstruktionen dem wesentlichen Gebrauch des Materials, das du anwendest, anpassen und unterordnen. Und wenn dich der Wunsch beseelt, diese Formen und Konstruktionen zu verschönern, so gib dich dem Verlangen nach Raffinement, zu welchem dich deine ästhetische Sensibilität oder dein Geschmack für Ornamentik -- welcher Art sie auch sei -- inspirieren wird, nur insoweit hin, als du das Recht und das wesentliche Aussehen dieser Formen und Konstruktionen achten und beibehalten kannst! * aus -- Ulrich Conrads. Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Vieweg: Braunschweig/Wiesbaden, 1981, S. 14. Conrads kommentiert zu diesem Text (S. 14): "In seinem Buch "Vom Neuen Stil" setzt Henry van de Velde die prinzipiellen Erklärungen seiner 'Laienpredigten' fort. Die von ihm "Credo" genannten drei Abschnitte finden sich im Kapitel 'Das Streben nach einem Stil, dessen Grundlagen auf vernünftiger, logischer Konzeption beruhen.' Man brauche diese Prinzipien -- so sagt Henry van de Velde -- nur auszusprechen, um sie geltend zu machen. Ihre Fruchtbarkeit sei bereits erwiesen. In der Tat erwachsen daraus nicht nur der Theorie und Kritik, sondern auch der Praxis des neuen Bauens die zwei Grundforderungen: Materialehrlichkeit, Konstruktionsehrlichkeit. Beide sind seither unbestritten."
Du sollst die Form und die Konstruktion aller Gegenstände nur im Sinne ihrer elementaren, strengsten Logik und Daseinsberechtigung erfassen.
Du sollst diese Formen und Konstruktionen dem wesentlichen Gebrauch des Materials, das du anwendest, anpassen und unterordnen.
Und wenn dich der Wunsch beseelt, diese Formen und Konstruktionen zu verschönern, so gib dich dem Verlangen nach Raffinement, zu welchem dich deine ästhetische Sensibilität oder dein Geschmack für Ornamentik -- welcher Art sie auch sei -- inspirieren wird, nur insoweit hin, als du das Recht und das wesentliche Aussehen dieser Formen und Konstruktionen achten und beibehalten kannst!
* aus -- Ulrich Conrads. Programme und Manifeste zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Vieweg: Braunschweig/Wiesbaden, 1981, S. 14.
Conrads kommentiert zu diesem Text (S. 14):
"In seinem Buch "Vom Neuen Stil" setzt Henry van de Velde die prinzipiellen Erklärungen seiner 'Laienpredigten' fort. Die von ihm "Credo" genannten drei Abschnitte finden sich im Kapitel 'Das Streben nach einem Stil, dessen Grundlagen auf vernünftiger, logischer Konzeption beruhen.' Man brauche diese Prinzipien -- so sagt Henry van de Velde -- nur auszusprechen, um sie geltend zu machen. Ihre Fruchtbarkeit sei bereits erwiesen. In der Tat erwachsen daraus nicht nur der Theorie und Kritik, sondern auch der Praxis des neuen Bauens die zwei Grundforderungen: Materialehrlichkeit, Konstruktionsehrlichkeit. Beide sind seither unbestritten."