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Computer und Internet haben
zu einem neuen, effektiveren Datenmanagement geführt
und lassen viele Haus- und Seminaraufgaben bereits an
Büchern und Bibliotheken vorbei allein auf der Basis
digitaler Informationen entstehen. Präsidenten in
Amerika und Deutschland sehen im Zugang der Schulen zum
Datenhighway eine Garantie für den Fortschritt in
Sachen Bildung und Wissenserwerb und setzen die
Computerisierung des Unterrichts auf die Tagesordnung. Dies
führt mitunter jedoch nur zur Ersetzung des Lehrers
durch die Maschine und zur Konfrontation der Schüler
mit Multiple-Choice-Aufgaben (so häufig in
Lernsoftware), was ein Rückschritt hinter die Konzepte
des kommunikativen, lernerzentrierten Unterrichts bedeutet.
Die multi-lineare
Präsentationsstruktur des Hypertextes ist aber nicht
nur im Hinblick auf eine leichtere Informationsbeschaffung
interessant, sondern auch durch die damit akzentuierte
Kontextualisierung und Relativierung von Information. Als
Mehrwert des Datenmanagements im Hypertext wird die
explizite Kontextualisierung und eine starke
Flexibilisierung der Lernsituation gesehen. Hier ergeben
sich Möglichkeiten, kommunikative und
konstruktivistische Lernkonzepte fortzuführen.
Amerikanische und deutsche Wissenschaftler verweisen auf
ihre Erfahrungen in Seminaren und auf
Untersuchungsergebnisse, wonach die Arbeit mit
Hypertextdokumenten das kritische Denken fördere,
vorausgesetzt freilich, dass die StudentInnen konkreten
Fragestellungen folgen und sich selbst in das
Hypertextsystem einbringen können (z.B. durch
Annotationen, Illustrationen, Setzen neuer Links und
Integration eigener Texte). Die Diskussion solcher
Erfahrungen wird im Spannungsfeld von konstruktivistischer
versus objektivistischer Pädagogik geführt.
Willkommener Effekt für erstere Position ist die
Schwächung der Lehrerposition gegenüber den
Schülern; der Lehrer ist in dieser Konstellation "more
a coach than a lecturer
more an older, more
experienced partner in a collaboration". Die Perspektiven
einer konstruktivistischen Pädagogik mittels Hypertext
erinnern an den Grundatz in Jean Pauls Erziehungslehre,
weniger das Gedächtnis als den Verstand zu üben,
der innerhalb seines Witz-Konzepts mit
'Informationskosmopolitismus' und
'Informationsrelativierung' verbunden war. Die Konfrontation
dieser Haltung mit der Philosophie des geschlossenen Systems
und der Despotie des Lehrers in Fichtes nationalem
Erziehungskonzept erweitert den Rahmen der aktuellen
Diskussion. Nach der Erörterung
auch der ernstzunehmenden Einwände zur Arbeit mit den
digitalen Medien (z.B. die Spaß-, Schnelligkeits und
Effektivitäts-Falle) stellt der Aufsatz in seinem
zweiten Teil verschiedene Hypertext-Projekte vor, mit denen
an amerikanischen Universitäten gearbeitet wird. Setzt
diese Anwendung die Existenz bzw. Schaffung eines
aufwendigen Hypertextes voraus und damit die
interdisziplinäre Zusammenarbeit der Lehrer und
Wissenschaftler untereinander sowie mit den Informatikern,
so wird in diesem Beitrag abschließend, als 'kleine
Lösung', die Nutzung einer einfachen Website im
Unterricht skizziert. |