Abstract (Englisch) Bei aller Vielfalt der
Theorien und Methoden, die Mediengeschichte und
theorie in den letzten Jahren zum Angelpunkt ihrer Reflexion
(und ihrer eigenen Institutionalisierung) machen, fällt
auf, dass die Frage nach dem epistemologischen Ort der
Medien mit der sich beschleunigenden Verbreitung des
Computers als Medium virulent wurde. Es reicht anscheinend
wegen der multi- oder intermedialen Durchlässigkeit des
digitalen Codes nicht mehr aus, nur
Kommunikationswissenschaft, Publizistik, Fernseh-, Theater-
und Filmwissenschaft usw. in engen Fachgrenzen zu betreiben.
Und da spätestens mit dem sich globalisierenden
Internet - die Unterscheidung zwischen (manipulativen)
Massenmedien und (dialogischen) Einzelmedien, zwischen
Sendern und Empfängern, zwischen Passivität und
Interaktivität, brüchig wird, ist
Grundlagentheorie kein Anathema mehr. Doch eben diese
permissive Sphäre des noch unausgeloteten
Medienverbunds geht mit einer beinahe wuchernden Metaphorik
und Unschärfe in den Begriffen einher, die die
Medialität der Medien zu bestimmen versuchen: Ist das
Medium Werkzeug oder Mittel der Kommunikation? Ist es
Instrument der Erweiterung (oder Amputation) der
menschlichen Sinne und Organe? Oder ist es ein
flüchtiges Interface der profitablen Unterhaltung,
hinter der sich der Geist der Rechen-Maschine verbirgt, der
des Geistes des Menschen eigentlich nicht mehr bedarf?
Vielleicht aber ist es gerade dieser unversöhnliche
Widerstreit zwischen eigentlichen und
uneigentlichen, zwischen anthropologischen und
instrumentellen Definitionen, der im universellen
Übertragungszusammenhang elektronischer Medien zur
Disposition steht. Medien übertragen Botschaften,
Sichtweisen, Ästhetiken, aber sind als
Übertragung nicht die Botschaft selbst. Die
Übertragung - wie die Metapher - passiert als
Sinnvorbehalt und Sinnaufschub. Das Medium ist vielleicht
das, was den (jeweiligen) Sinnhorizont eröffnet,
verschiebt und unterbricht. Die Konturen einer solchen
Unterbrechung sind der Gegenstand einer Metaphorologie der
Medien. (Der Beitrag ist erschienen
im E- Journal Zäsuren,
Heft 1)
Metaphorologie der
Medien
Ihr
Kommentar