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Website-Review Game-Culture
  Anja Rau
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Thinking About Websites

Bei dem Versuch eine Website zu rezensieren, stellt sich schnell die Frage, in wie weit Technik und Design dieser Site in die Rezension miteinfließen sollen. Die digitale Literatur-Szene in Deutschland tendiert bekanntermaßen dazu, bei digitalen Texten vom Trägermedium zu abstrahieren und nur den "reinen Text", den Inhalt zu betrachten. Aber reicht das? Was ist dieser reine Inhalt? Und vor allem: Wo hört er auf und wo beginnt das (zu vernachlässigende) Medium?

Die Rezension eines Artikels, einer Zeitschriftenausgabe (ob online oder offline) oder einer Monographie wird sicher vor allem den Inhalt und auch die Auswahl und Zusammenstellung des Inhalts berücksichtigen. Papierqualität und Typographie sind getrost zu vernachlässigen. Doch schon Kunstbände oder Handbücher machen eine Ausnahme: Bei bestimmten Buchtypen spielt die Gestaltung in ihrer Ästhetik und/oder Funktionalität durchaus eine Rolle.

Bei einer Website wie Game Culture, die Informationen sammelt und zur Verfügung stellt, machen Qualität und Auswahl der verlinkten Artikel nur einen (nicht einmal den größten) Teil des Gesamtbildes aus. Mindestens ebenso wichtig ist die Darbietung der Inhalte. Ein Beispiel: Ein Online-Buchhändler erfasst die über seine Website zu beziehenden Titel in einer Datenbank. Diese Datenbank enthält zu jedem Buch die Einträge Titel, AutorIn, Verlag, Erscheinungsjahr, Genre, Altersgruppe, Kurzrezension. Diese Merkmale werden für jeden ausgewählten Titel auf der Website angezeigt. Man kann also sagen, dass die Website und das Angebot des fiktiven Buchhändlers auf relevanten Informationen und großem Know-How aufbaut. Wenn nun aber die angebotenen Titel nur über eine Suchfunktion zu finden sind und diese Suchfunktion nur nach Titel und/oder AutorIn sucht, dann geht ein großer Teil dieses Know Hows für die Nutzer verloren - zum Beispiel die Möglichkeit, nur in Krimis oder Kinderbüchern zu suchen oder sich vor der Bestellung über den Inhalt eines Buchs zu informieren. Im Internet gibt es nur das, was auch auffindbar ist, und eine Website ist immer nur so gut wie ihr Interface.

Das Design einer Website ist also maßgeblich für ihren Erfolg. Mit Erfolg meine ich dabei nicht (nur) kommerziellen oder Publikumserfolg, sondern vor allem erfolgreiches Vermitteln und Zurverfügungstellen von Informationen. Und mit Design meine ich nicht bunte Farben und lustige Bildchen, sondern Informationsdesign, Usability, Nutzerführung.

Allerdings handelt es sich bei der zu betrachtenden Website Game Culture nicht um die Abschlussarbeit einer Webdesignerin. Seltsamer Code, Resizing-Probleme, unterschiedliche E-Mail-Adressen für ein-und-dieselbe Herausgeberin oder Patzer beim Datum des letzten Update seien darum am Rande erwähnt, sollen aber nicht weiter in die folgenden Überlegungen einfließen.


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