www.dichtung-digital.com/2002/03-06-Buenger.htm


Genettes Modus der Ordnung
  Traudl Bünger
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6



Gegenstand

Computerspieladaptionen von Kinderliteratur sind seit geraumer Zeit auf dem Markt zu finden. Differenzierte Gegenstandbeschreibungen, sowie Kriterien zur Bewertung fehlen aber bislang. Dieser Aufsatz versteht sich als Anregung auf der Suche, wie diese Lücken gefüllt werden könnten.

Die Klassifizierung als Spielgeschichten sensu Fritz (Fritz 1995, 27) erscheint zunächst unproblematisch - was aber nicht über die Heterogenität des Korpus hinwegtäuschen darf [1]. Es lässt sich nur eine einzige Gemeinsamkeit für die Strukturen aller Kinder- und Jugendliteraturadaptionen festhalten: ein Pendeln zwischen den Polen 'Spiel‘ und 'Geschichte‘.


Auf einer gedachten Skala zwischen diesen beiden Angelpunkten finden sich alle möglichen Ausprägungen. Stark am Buch orientierte Formen scheinen allerdings ein schwindendes Phänomen darzustellen: Produktionen wie DIE SCHNEEKÖNIGIN (1998) oder Adaptionen von Grossmanns 'Timmi-Reihe‘ [2] sind mittlerweilen vom Markt verschwunden. Nachfolgeprodukte in diesem Stil gibt es kaum. Diese Entwicklung demonstriert nicht nur die Macht, sondern auch die Vorlieben der Kunden: Formen, die mehr Raum für Spielerisches bieten, werden gewünscht und dementsprechend in jüngerer Zeit vermehrt produziert. Der Rückschluss, dass sich Titel, die dem Aspekt Spiel vermehrt verpflichtet sind, besser verkaufen, weil sie eine attraktivere Rezeption ermöglichen, ist erlaubt.

Eben für diese eher ludisch ausgerichteten Titel ergibt sich aber ein strukturelles Problem, das für Produkte, die sich mehr an der literarischen Vorlage orientieren, nicht existiert. Dieses Problem soll im Zentrum der nun folgenden Ausführungen stehen.


1 > 2 - 3 - 4 - 5 - 6