Ein
Gespenst geht um in den Verlagen und
Bücherstuben der abendländischen Welt, es
ist das Gespenst der digitalen Literatur. Alle
Kräfte des traditionellen Literatursystems
haben sich zu einem heiligen Kampf gegen die Feinde
der Buchkultur verschworen oder sind dabei, sich
mit ihnen zu verbünden.
Die erste Botschaft
des vorliegenden Bandes lautet: Von Interfictions
hat das Buch nichts zu fürchten. Denn es
handelt sich um Undruckbares, das mit den
spezifischen Mitteln der digitalen Medien nach
künstlerischem Ausdruck sucht: Als
Mitschreibprojekt, das die Leser in Autoren wandelt
und das Werk in einen Prozess. Als Hyperfiction,
die vom Leser verlangt, sich den Text selbst
zusammenzustellen, und im besten Falle den Link
zwischen den Textsegmenten zum eigentlichen Text
macht. Als multimediales Werk, das Wort, Bild und
Ton zu einer neuen Sprache mixt.
Dieses
Buch
handelt nicht von Literatur, die ins Internet
wandert und schließlich doch auf Papier enden
will. Diese Buch handelt von 'Literatur', die im
und aus dem Netz des digtalen Codes entsteht, die
interaktiv und intermedial ist und die durch die
verborgene Befehlssprache unter der
Bildschirmoberfläche auf einem Alphabet der
Inszenierung beruht, das sie undruckbar macht. Es
geht um neue ästhetische Ausdrucksformen und
deren 'literarisches' Feld. Kein Ersatz für
das gute alte Buch, aber ein Konkurrent, so wie
Kino und Fernsehen auch.