Die
Diskussion um den Hypertext ist älter als das
WWW, das, als Mega-Hypertext, seine populärste
Umsetzung darstellt. Seit Theodor Holm Nelson in
den 60er Jahren Hypertext als "non-linear text"
bezeichnete, gab es Zeit und Raum genug für
Missverständnisse. Einmal abgesehen von
Gérald Genettes völlig anderem
Hypertextbegriff aus den frühen 80er Jahren,
bestehen Meinungsverschiedenheiten und Zweifel
darin: 1. inwiefern ein intern oder extern
verlinkter Hypertext als geschlossenes oder offenes
Gebilde zu lesen ist; 2. inwiefern die Leser selbst
im Hypertext schreiben (und somit zu Koautoren
werden) oder nur vorgegebenen Links folgen (und
somit für viele noch immer zu Koautoren
werden) können; 3. ob die Macht des Autors im
Hypertext gesunken oder gestiegen ist; 4. ob der
Hypertext dekonstruktivistische Theorien umsetzt
oder negiert; 5. ob computererzeugte aleatorische
Texte Zukunft oder Sackgasse der Literatur im
Rechner sind; 6. wie man Links semantisieren kann
und 7. welches Potential der Hypertext für die
Literatur besitzt. Der Beitrag greift diese Fragen
auf und versucht, in einer umfangreichen
Erörterung einige davon zu klären.
01. Alternativen
ohne Folgen - Gavin Inglis
HIV-Test-Hypertext
02. Begriff und Vorgeschichte
03. Evangelisten des Hypertexts
04. Missverständnis 1: Offenheit des
Textes
05. Missverständnis 2: Tod des Autors
06. Karneval der Links
07. Kombinatorik und Spiele des Zufalls
08. Semantik des Links
09. Verlinkung als Konzept
10. Perspektivenvielfalt