|
Im
Internet können sich Userinnen und User
vielfach mit einem virtuellen Körper
ausstatten, beispielsweise in Grafikchats. Der
vorliegende Essay spürt diesem Transfer einer
physischen Person in ihre virtuelle
Verkörperung und den damit
zusammenhängenden Wechselwirkungen nach. Drei
daraus erwachsene Problemkreise werden
herausgegriffen und skizziert: Erstens der
Körper als kommunikativen Zeichenträger
per se; zweitens das Verhältnis zwischen
physischem Körper und Onlinekörper und
drittens die Entkörperlichung und
Verkörperlichung, die aus der Wechselwirkung
zwischen physischem Körper und
Onlinekörper hervorgeht. Fragen um
Realität, Virtualität, Materialität
und Immaterialität werden dabei integriert.
Donna Haraways Verwendung des Begriffs
»Cyborg« wird für die Beschreibung
der Prozesse um Online- und Offlinekörper
beigezogen. Sie verleiht allerdings weder der
immateriellen noch der digitalen Komponente von
Zeichenkörpern im Internet ausreichend
Ausdruck, wie sich zeigen wird. Deshalb wird
für deren Beschreibung der Begriff
»Netborg« vorgeschlagen.
»Netborg« steht dabei für net
organism.
-Einleitung: There is a body attached to this avatar
-Virtuelle Körper realer Personen im Netz
-Problemkreis 1: Der Körper
-Problemkreis 2: Onlinekörper und Offlinekörper
-Problemkreis 3: Entkörperlichung und Verkörperlichung
-Von Cyborg zu Netborg
-Statt eines Schlussworts
|