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Mit
den digitalen Medien scheinen alte Utopien wahr zu
werden. Das Publikum steigt auf zum Mitgestalter
oder wird sogar zum Autor des Kunstwerks, die
Intelligenz der Masse setzt sich durch,
Bürgerreporter begründen eine ganz neue
Form von kritischem Journalismus. Die
Fundamentalkritiker der neuen Medien kontern: Hier
tobt ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, triumphiert die
Banalität des Alltags, die Ästhetik des
Mittelmaßes. Die Euphoriker übersehen,
dass im Involviertsein bis zur Distanzlosigkeit die
Kulturindustrie ihr Überleben sichert. Die
Kulturkritiker ignorieren das basisdemokratische
Potential der interaktiven Kunst und Web
2.0-Kultur. Simanowskis Buch Digitale
Medien in der Erlebnisgesellschaft. Kultur, Kunst,
Utopien
untersucht die aktuellen Phänomene der
digitalen Medien Weblogs, Werbung,
Identitätstourismus, Cybersex, Kontrolle
und stellt sich den Fragen der aktuellen
Netz-Debatte: Wie kreativ ist der persönliche
Webauftritt? Wie aktiv ist das Publikum
interaktiver Kunst? Wie demokratisch ist
Online-Kommunikation? Wie kosmopolitisch ist die
Online-Nation?
Die Einleitung
situiert die interaktive Kunst der digitalen Medien
im Kontext der Erlebnisgesellschaft und stellt die
verschiedenen Positionen zu dieser vor. (Siehe auch
Kapitelabstracts
und Epilog.)
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