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Die
'Geburt' des "World Wide Webs" war begleitet von
sehr gro§en Hoffnungen seitens autorkritischer
Literaturtheoretiker. Diese waren zuversichtlich,
dass die neuen Medien 'endlich' die
poststrukturalistische Missbilligung traditioneller
Autorkonzepte in der Literatur umsetzen und den
Leser 'befreien' wrden. Diese Vorstellungen
haben sich offenkundig nicht erfllt,
stattdessen sind auch in digitaler Literatur immer
wieder Strukturen traditioneller Autorschaft
festzustellen. Erstens haben singulre
Autorkonzepte im Internet 'berlebt' und
werden mit teilweise sogar gr§erer
Intensitt umgesetzt. Zweitens: Im Gegensatz
zur reichen kollaborativen Textproduktion in
informierenden Zusammenhngen sind
literarische, kollektive Projekte immer noch recht
selten. Zudem kann - drittens - auch in
kollaborativen Arbeiten oder in den sogenannten
"Codeworks" der Autor nicht verschwinden, sondern
seine Funktionen werden ber verschiedene
Personen und Entitten verteilt. Dies kann
sogar zu einer maximal verteilten, "dissoziierten"
Autorschaft fhren.
Insbesondere die
netzliterarische Konzeptkunst und die damit
verbundene stark verstreute Autorschaft sind mit
Hinblick auf Autorschafts-Konzepte hochinteressant.
Sie wird daher im Artikel sehr intensiv anhand des
Projektes "Search Lutz!" (2006) von Johannes Auer
diskutiert. Die dazu notwendige Verortung dieses
speziellen Autorschaftskonzeptes unter den online
mglichen leistet eine Autorschaftstypologie,
die au§erdem vorgestellt wird.
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dichtung-digital
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