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Kritische Ergänzungen zur Diskussion um das Genre literarischer Hypertexte Die Rede über
literarische Hypertexte hat lange Zeit ganz dem entsprochen,
was man von Experimentierphasen generell erwarten kann:
Poetologische Entwürfe, akademische Theoretisierungen
und die Werbeeinlagen selbsternannter marketing-Strategen
waren häufig manifestartig oder spekulativ angelegt und
förderten nicht nur den Erkenntniszuwachs, sondern auch
jede Menge Vorurteile. Mittlerweile ist der Umgang mit
Hypertexten in eine Phase eingetreten, in der keiner mehr
umhin kommt, lieb gewordene Klischees zu hinterfragen.
Der Aufsatz diskutiert und
kritisiert einige Dauerbrenner der Hypertextdebatte - etwa
Nichtlinearität, die Emanzipation des Lesers,
Ganzheitlichkeitsvorstellungen -, und verweist auf die
Notwendigkeit, sich eingehender mit Bedeutung und Auswirkung
von Hypertextproduktion und -rezeption als kulturellen
Praktiken auseinanderzusetzen. Die Personalunion von
Programmierer und Literat, die latente Geschichtslosigkeit
einer Zwiesprache mit dem screen as presence und
die Stillstellung der Imaginationskraft des Lesers in
undurchschaubaren Labyrinthstrukturen sind einige der
Sachverhalte, die kritisch auf ihre Implikationen hin
überprüft werden müssen. Insgesamt argumentiert der
Aufsatz gegen die Glorifizierung von Hypertexttechnik als
Instrument zur Verwirklichung unterschiedlicher Utopien und
für eine gesamtkulturelle Einbettung dessen, was am
Bildschirm im Bereich literarischen Schreibens möglich
ist. |