Meine
Ausführungen kreisen im folgenden im
wesentlichen um drei Fragestellungen:
1. Inwieweit
unterscheidet sich traditionelle Literatur, wie sie
uns in Buchform vorliegt, im Hinblick auf den
Darstellungs- und Rezeptionsmodus der
Linearität von Hyperfiction-Literatur? 2. Wie
beeinflusst die vorgebliche Nicht-Linearität
der Hyperfictions den Akt der Rezeption. 3. Ist die
Linearität der Erzählung tatsächlich
jener Fluch, den Hyperfiction nicht schnell genug
abschütteln kann? Entspricht sie nicht eher
einem zutiefst verinnerlichten menschlichen
Wahrnehmungmodus? Bedeutet Verzicht auf lineare
Struktur nicht zugleich auch Verzicht auf die Gabe
der Erzählung?
Prognose:
Hyperfictions werden daher - wollen sie eine
Zukunft haben - sich einem Spagat unterziehen
müssen. Sie sollten mit dem linken Bein die
Chancen des Mediums Computer - Multimedia,
Hypertext - nutzen. (Ob Interaktivität, also
Mitschreibprojekte als praktizierte Basisdemokratie
im Reich der Ästhetik sich als
Qualitätsmerkmal von Netzliteratur durchsetzen
werden, würde ich bezweifeln.) Das rechte Bein
des Hyperfiction Garde sollte den Boden der guten
alten Erzähltradition zumindest noch
berühren. Anders gesagt: Ich sollte einmal
beherrscht haben, womit ich zu brechen gedenke:
Erzählpositionen, Zeitverhältnisse,
Figurenkonstellationen, Motivgeflechte
etc.
Dr. phil. / Jg.
1961 / Studium der Pädagogik, Germanistik und
Linguistischen Datenverarbeitung in Heidelberg,
Mannheim und Trier / wiss. Assistent für
Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der
Universität Trier / Publikationen zu Botho
Strauß und Novalis / Preiträger des
Internet-Literaturwettbewerbs Pegasus 98 mit
"Der
Trost der Bilder"
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