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Gibt
es eine gerechtfertigte binäre Unterscheidung
digitale/undigitale Literatur? Wo
ließe sich eine Grenze ziehen? Inwiefern sind
literarische Projekte, deren Resultate zwar in
konventioneller Buchform vorliegen, im
Entstehungsprozeß hingegen unabdingbar und
explizit auf Digitalisierung setzen, das eine oder
das andere? Wie ist etwa Walter Kempowskis
"Echolot"-Projekt einzuordnen? Und auf welche
Produktionsmodi vertrauen die weitverzweigten,
automatisierten Buchstabeneinleseprojekte wie das
"Echolot"? Wird sich Handkes Bleistift erfolgreich
einer technischen Kehre widersetzen können?
Diese Fragen nach dem Status von Digitalität
innerhalb der Literatur sollen nicht nur
theoretisch sondiert, sondern ebenso auf
programmtechnische Entsprechungen für
literarische Prozesse jenseits des
Copy&Paste-Prinzips in einer sog.
Textverarbeitung untersucht werden. Anhand einer
kleinen Werkschau jener Software, die verspricht,
als Autorenhilfsmittel digitale Literatur zu
ermöglichen, sollen die unterschiedlichen
Leistungen sowohl von Textproduktions- als auch
Archivierungs-Programmen diskutiert werden. Als
Vergleichsschablone und Ausgangspunkt dient dabei
nicht zuletzt ein eigenes Projekt, der Versuch
einer Zettelkasten-Software für vielleicht
nicht nur wissenschaftliche Textproduktion.
Markus Krajewski /
geb. 1972 / Kulturwissenschaftler am
Lehrstuhl
für Ästhetik und Geschichte der
Medien von
Prof. Dr. Friedrich Kittler,
Humboldt-Universität zu Berlin /
Hauptforschungsgebiete derzeit Diskurse der
Effizienz um 1900, die Kulturgeschichte der
Glühlampe, Versuchspilotinnen und die
Geschichte von Zettelkästen, in deren Rahmen
auch eine hypertextuelle Literaturdatenbank-
Software entstanden ist, die sich unter
http://infosoc.uni-koeln.de/synapsen/
einsehen läßt / Markus.Krajewski@berlin.de
/ http://infosoc.uni-koeln.de/~krajewsk/
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