hg. v. Roberto Simanowski
(Editorial) Eisenbahn,
Ozean und Buch. Harold A. Innis' "Kreuzwege der
Kommunikation" [Deutsch] Auf
Spurensuche. Literatur im Netz, Netzliteratur und
ihre Vorgeschichte(n)
[Deutsch] sexy
ist kurz, bunt und schnell. Florian Rötzers
"Digitale Weltentwürfe"
[Deutsch] Die
Visionen über das 21. Jahrhundert in Nicholas
Negropontes "Total Digital"
[Deutsch] Mauerbau
und Babelturm in Simon Biggs' "Great Wall of China"
[Deutsch] Technology,
Aura, and the Self in New Media Art. Interview with
Simon Biggs [Englisch] Newsletter
2001: Newsletter
2000: Newsletter
1999:

4.Jg. /
Nr. 23 - ISSN 1617-6901
frühere
Newsletter
Elektronisches
Schreiben ist nicht einfach die Elektronisierung
des Schreibens auf Papier, denn es hat
völlig andere Voraussetzungen. Die
'Formbarkeit' des elektronischen Textes macht
ihn zu einem unkontrollierbaren Ereignis, das
seinen Lesern und Autoren immer wieder
davonläuft. Loss Pequeño Glazier ist
auf der Suche nach einem besseren
Verständnis web-basierter Hypertexte und
fragt, ob die prominenten Theoretiker der
Hypertext-Forschung dabei von Hilfe sein
können.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-31-Glazier.htm
Mit
Büchern zur Geschichte der Kanadischen
Pazifik Eisenbahn, dem kanadischen Pelzhandel
und der Kabeljaufischerei fing alles an. Seitdem
gab es eine Medienkritik der besonderen Art.
Nicht das Gejammer der Aufklärer, dass die
Leserevolution eher zur Erfindung des
Räuberromans als zur Lektüre
moralischer Schriften geführt hatte, auch
nicht die Unkenrufe der Kinokritiker über
die Schädigung des gesunden
Volksempfindens. Diese Medienkritk war anders in
doppelter Weise: Sie schloss die Transportmedien
in die Kommunikationstechnologie ein und
analysierte diese ohne moralphilosophischen
Gestus. Der die Bücher schrieb, heißt
Harold A. Innis, lebte von 1894-1952, war
Professor an der Universität Toronto und
Lehrer von Marshall McLuhan.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-29-Simanowski.htm
Shuen-shing
Lees' Artikel konzentriert sich auf zwei
Aspekte, die zunehmend Aufmerksamkeit im Kontext
des elektronischen Schreibens erfahren: 1.
Die Verwandlung des Interface vom bloßen
Navigationsmittel zu einem suggestiven,
metaphorisch aufgeladenen Element, 2. die
Integration von Hypermedia und Formen des Spiels
in Hypertext-Szenarien. Lees Fokus liegt u.a.
auf der poetischen Wahrnehmung digitaler
Textualität.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-26-Lee.htm
"1964
wurde das erste elektronische Gedicht vom
frz.-kanadischen Ingenieur Jean Baudot
geschrieben... 1975 fand die erste Ausstellung
automatisch produzierter Gedichte in
Brüssel statt... 1985 wurde das Publikum
auf der Ausstellung "Immatériaux" im
Centre de Georges Pompidou eingeladen,
computergenerierte Gedichte zu erstellen... 1994
trafen wir einige Mitglieder der ALAMO-Gruppe
während der ersten Konferenz für
e-Literatur in Paris. Ich war überrascht
von ihrer Ablehnung computerbasierter Lyrik, als
könne nichts neues mehr getan werden. Es
gab offensichtlich einen Graben zwischen
Autoren, die den Computer als reines Werkzeug
ansahen, und jenen, die ihn als autonomes Medium
betrachteten." - Patrick-Henri Burgaud
erzählt die Geschichte der elektronischen
Poesie in Frankreich.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-25-Burgaud.htm
Esther
Hunzikers Projekt un focus ist eine
Galerie der Experimente mit digitaler Rhetorik.
Vom Schiffsbruch, bei dem sich der Zuschauer
selbst im Boot befindet, über das
hingehalten-entrissene Bild der Kämpfenden
und der Liebenden bis zu den
Mouseover-Sound-Effekten, die einen nicht in
Panik versetzen sollen. Am Anfang aber steht das
Palimpsest, das nicht vergisst.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-10-Simanowski.htm
Peter
Gendolla und Jörgen Schäfer
relativieren mit Blick auf Queneaus
Sonettenkombination und die Poetikmaschinen des
Barock die "medienätiologische
Perspektive", die sich auf die apparativen
Dispositive konzentriert und die Tradition der
klassischen Avantgarde als Bezugsfeld
rechnergestützter Literatur ausblendet.
Gleichwohl erhält die permutative Dichtung
mit der digitalen Technologie freilich neue
Impulse, wobei die Textgeneratoren die
klassischen Autor-/Leserpositionen nicht mehr
nur relativieren, sondern gründlich in
Frage stellen: "das Zählen mit einer
Zufallszahl tritt an die Stelle des
Erzählens"
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-08-Gendolla-Schaefer.htm
Der
Cyberspace ist der "technischen Avantgarde der
Mediennutzer" was den europamüden
Auswanderern einst Amerika und was den
bürgerkriegsmüden Amerikanern einst
der Wilde Westen war: Fluchtpunkt der Sehnsucht,
Ort verschiedenster Utopien. Aber dieses
Eldorado ist nicht mehr, was es kaum war: Die
Anarchie weicht der Ordnung der Portale, die
viel beschworene Interaktion führt nicht
zur Befreiung des Lesers/Zuschauers, die Utopie
der Demokratie im Cyberspace erweist sich als
Rückzug des Individuums aus der
Öffentlichkeit...
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-08-Simanowski.htm
In der
Welt der Atome gibt es Bücher, CDs,
Videokassetten, Zeitungen - Dinge, die man
anfassen kann, die ein Gewicht haben, manchmal
zurückgebracht und fast immer bezahlt
werden müssen. In der Welt der Bits sind
die Produkte körperlos, manipulierbar,
transformierbar, intelligent und auf den
konkreten Kunden zugeschnitten. Wie die Zukunft
aussehen wird, erklärt der Prophet der
'digitalen Revolution' Niklas Negropontes.
http://www.dichtung-digital.com/2002/05-07-Simanowski.htm
Die
Wörter aus Kafkas unvollendeter
Erzählung "Beim Bau der Chinesischen Mauer"
bilden die Database, aus der Biggs Text-Maschine
syntaktisch richtige und semantisch unsinnige
Sätze erzeugt. Der User ist darin
verwickelt, denn nur sein Input stößt
die Maschine an. Aber was soll man damit? Zum
Beispiel den Spuren nachgehen, die Kafka und
Biggs gelegt haben: Der Bote, dessen Message nie
ankommt, dessen Ausbleiben aber allgemein
bekannt ist. Der Babeltum, der dem Mauerbau
folgen sollte. Der unendliche
Signifikationsprozess, die Lektüre als
autobiographischer Akt und die Rückkehr der
Gesellschaft ins Subjekt...
http://
www.dichtung-digital.com/2002/04-20-Simanowski.htm
Biggs'
Arbeit konzentriert sich auf interaktive
Installation, Animation, CD-Rom und Internet. Er
publizierte zudem zahlreiche Essays über
Media-Art. Unter seinen digitalenKunstwerken
befinden sich "The Great Wall of China",
"Mozaic" und "Babel". Roberto Simanowski sprach
mit ihm über new media art, über
technologische Konzepte, über die 'Falle
der Interaktivität', Aura und symbolisches
Kapital in Kunstwerken, die Signatur der Autors
in "The Great Wall of China" und über die
Illusionen des Selbst in
"Babel."
http://www.dichtung-digital.com/2002/04-20-Biggs.htm