hg. v. Roberto Simanowski
(Editorial) Ölbilder
mit Buntstiften: Interview mit den
Zeitgenossen
[Deutsch] Automaten-Manierismus
und narrative Schemata. Eckard Kruses Text-O-Mat
[Deutsch] A
Book Author About Digital Writing: Interview mit
Noel Baker [Englisch] Matter
of Time. Toward a Materialist Semiotics of Web
Animation
[Englisch] When
Hypertext became uncool. Notes on Power, Politics,
and the Interface [Englisch] Loss
Pequeño Glazier's "Digital Poetics. The
Making of E-Poetries"
[Englisch] Newsletter
2002: Newsletter
2001: Newsletter
2000: Newsletter
1999:
5.Jg. / Nr.
27 - ISSN 1617-6901
frühere
Newsletter
Sind Web
und Internet zwei eigenständige Medien so
wie Pudel und Rottweiler zwei eigene Hundearten?
Und wie verhalten sich Webfiction und Webart
zueinander? Wie wichtig ist der ständige
Hinweis auf die binäre Codierung? Sollte
man sich nicht eher den konkreten Vorgängen
auf der Oberfläche zuzuwenden;
schließlich macht die Fernsehanalyse auch
nicht viel Aufhebens vom Farbcodierverfahren,
das diesem Medium zugrundeliegt? Wie hält
man es mit L'art pour l'art digital? Und wie
erträgt man die kurze Halbwertszeit von
Netzkunst? Roberto Simanowski sprach mit den
Zeitgenossen, Ursula Hentschläger
und Zelko Wiener, die für ihr Buch
Webfictions 21 Produzenten und Vermittler
digitaler Kunst interviewt haben.
http://www.dichtung-digital.com/2003/1-zeitgenossen.htm
Gerfried
Stocker ist Medienkünstler, Musiker sowie
Geschäftsführer und
künstlerischer Leiter des Ars Electronica
Festivals. Ursula Hentschläger und Zelko
Wiener sprachen mit ihm über die
Festivalisierung von Netzkunst, über ihre
Zukunft sowie über ihr Verhältnis zur
Wissenschaft und zur Wirtschaft.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-stocker.htm
Texte aus
der Maschine ist ein alter Traum. Was im Barock
auf kleinliche Kombinationsspiele hinauslief und
mit dem Cut-up-Verfahren schon
Literaturgeschichte machte, erhält durch
den Computer einen ungeheuren Schwung. Als
Poesie gewinnt sowas sogar Preise. Funktionieren
grammatisch richtige, semantisch sinnlose Texte
auch als Prosa? Roberto Simanowski glaubt, dass
Kruses Text-O-Mat die Frage beantwortet, indem
er ihr ausweicht. Statt maschinell erstellter
Texte finden wir gebastelte Vorlagen mit kleinen
Variationen. Schemaliteratur, die aus ganz
unerwarteter Richtung zur harten Nuss wird, in
die auch Italo Calvino, Oscar Wilde und Novalis
verwickelt sind.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-simanowski-c.htm
Noel Baker
ist Autor des Bestsellers Hard Core Roadshow:
A Screenwriter's Diary, ein Buch über
die Verwandlung eines Buchs in ein Filmscript.
Er war Berater in Seminaren zu interaktiver
Literatur. Roberto Simanowski fragte ihn, warum
er nie selbst interaktive Texte schrieb, was er
vom Verhältnis der Leser zu Linearität
und Unordnung hält, über seinen
Wunsch, ein Buch in ein new media Projekt zu
verwandeln und über die finanziellen und
technologischen Grenzen im digitalen
Schreiben.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-baker.htm
John Zuern
ist unzufrieden mit dem Fokus auf "code" und der
Fetischisierung des Immateriellen in Studien zu
den Neuen Medien. Er fordert eine
Rematerialisierung und Rehistorisierung des
methodischen Ansatz und den Mut zu kleinen,
traditionellen Fragen über den konkreten
künstlerischen Produktionsprozess. Seine
Erörterung extra-textueller Details zeigt,
wie sich ein funktionales Merkmal in ein
ästhetisches Element wandelt
(Dakota) und wie die technische
Ausrüstung des Publikums die Geheimnisse
eines Werkes erzeugt (Iris).
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-zuern.htm
"Im
Durcheinander wächst hungrig die Belohnung.
Und wie ein Flügel aus entströmten
Begierden singt über Krämpfen trunken
ein Schweigen...." Die maquina poetica
von Stephan Karsch ist ein
Gedichtautomat mit vielen Specials: Man kann
alles die Maschine machen lassen, man kann die
Wörter umordnen, streichen, eigene
hinzuschreiben, man kann den Text animieren, man
kann die liegengelassenen Wörter seiner
Vorgänger nutzen. Karsch erklärt das
Konzept.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-karsch.htm
Auf der
Frankfurter Buchmesse 2002 lag ein Lächeln
der Erleichterung auf den Gesichtern der
Verleger: Die Bedrohung des Buches durch die
neuen Medien schien gebannt zu sein, vorbei der
Spuk vom Lesen am Bildschirm. Und die
PISA-Studie unterstrich es: Deutsche
Schüler sollten mehr Zeit mit Büchern
verbringen als am Computer. Aber erfüllen
Lehrer mit solcher Perspektive wirklich ihre
pädagogische Verantwortung? Roberto
Simanowski über Lesekompetenz im Zeitalter
digitaler Medien, Erkenntisfreude der Lehrer und
die Wiederkehr der Mandarine.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-simanowski.htm
Henning
Ziegler beschreibt einige der strukturellen
Grenzen des autoritativen Hypertextes anhand
solcher new media Objekte wie der Hyperfiction
Victory Garden, dem AOL Interface und der
Netscape / Mozilla Browser Software. Ziegler
argumentiert, dass Hypertext - als
Totalität aller im Netz verbundener
Computer - einen Wandel in der Politik von new
media Objekten bewirkt.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-ziegler.htm
Eine
Sammlung auf Xcult zeigt Arbeiten mit
Texten, Sprache und Typographie seit 1996: Von
den verräterischen TV-Plots mit unscharfen
Bildern über die ebenso manipulative
Bild-Text-Zuordnung und die bebende Beschreibung
eines Erdbebens bis zum ungewollten Einsatz der
Suchmaschine und einem technologiekritischen
Essay, das dem Reiz technischer Effekte
unterliegt. Viel Botschaft, viel Medienkritik,
Roberto Simanowski stellt am Ende trotzdem die
Frage nach der L'art pour l'art im Zeichen des
Codes.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-simanowski-b.htm
Strehovecs
Besprechung beginnt mit einer Beschwerde: "The
stagnation and repetition of already past
contents and forms within contemporary poetry
accompanies the absence of inventive literary
criticism and theory, which in encountering
contemporary poetry does not seem to know how to
develop new concepts and paradigms" Glazier -
Dichter und Akademiker - scheint eine Ausnahme
zu sein mit seiner Diskussion von Hypertext,
visuelleen / kinetischen Texte und e-poetry in
programmierbaren Medien. Sein Buch, so
Strehovec, ist eine nutzvolle Lektüre nicht
allein für Autoren des elektronischen
Mediums, sondern für alle
zeitgenössischen Dichter, wenngleich
anspruchsvollere Leser Konsistenz und eine klare
(literarische) Theorie der e-poetry vermissen
mögen.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-strehovec.htm
Da
Körper und Gesicht unbewusster, weniger
kontrolliert und zugleich aussagekräftiger
agieren als die Finger an der Maus, nutzt Rokeby
sie mit Vorliebe für seine
Screen-Interfaces. Seine computerbasierten
Systeme der mangelhaften Kontrolle
involvieren das Publikum in Situationen, deren
Funktionsweise unklar bleibt, und unterminieren
damit den Fetisch der Kontrolle, der durch den
Computer wesentlich befördert wurde. Der
Ertrag solcher Praxis der Unsicherheiten ist
u.a. zu lernen, damit umzugehen, wenn der
Nachbar einmal nicht in der üblichen Weise
auf unser Hallo reagiert.
http://www.dichtung-digital.com/2003/1-Rokeby.htm
Während
Hypertext die Erwartungen eher enttäuschte
und auch das WWW nicht Bushs Memex
verkörpert, ist sind Weblogs
tatsächliche Informationsvernetzer. Dennis
G. Jerz sieht in Googles Kauf der
Weblog-Plattform Blogger einen Wandel hin
zu einer Content Produktion voller
Interessenkonflikte; trotzdem kommt Google
mit seiner Synergie der Vision von Bush am
nächsten.
http://www.dichtung-digital.org/2003/1-jerz.htm