hg. v. Roberto
Simanowski (Editorial) Dies Ausgabe -
Paris Connection - ist koproduziert und
kopubliziert durch die Online-Journale Frédéric
Durieu: Review (The Body in Cyberspace: Invented,
Morphed, Generated, Dismissed) Ausgaben
2002: Ausgaben
2001: Ausgaben
2000: Ausgaben
1999:
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5.Jg. / Nr.
28 - ISSN 1617-6901
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Editorial
| Einleitung
1 |
Einleitung
2 |
Einleitung
3 |
Einleitung
4 |
Birgé-Intro
| Birgé-Interview
| Clauss-Intro
| Clauss-Interview
| Clauss-Review
| Durieu-Interview
| Durieu-Review
| Lamarque-Intro
| Lamarque-Interview
| Schmitt-Intro
| Schmitt-Interview
| Schmitt-Review
| Servovalve-Intro
| Servovalve-Interview
| Servovalve-Review
| Konkrete
Poesie
Arteonline.arq.br
(Rio),
Coriolisweb.org
(Toronto), dichtung-digital.org
(Berlin),
Turbulence.org
(New York). Die Version auf dichtung-digtial wurde
ermöglicht durch das
ZKM,
das die Ausgabe 2/2003 virtuell erworben hat und
der Netzgemeinde frei zugänglich macht.
Paris Connection enthält
Einführungen zu, Interviews mit und
Besprechungen zu: Jean-Jacques Birgé,
Nicolaus Clauss, Frédéric Durieu,
Jean-Luc Lamarque, Antoine Schmitt, Servovalve
(Einleitungen und Interviews von Jim Andrews,
Besprechungen von Roberto Simanowski und Carrie
Noland). Alle Beiträgeg sind Englisch.
Für französische, portugiesische und
spanische Versionen siehe:
http://vispo.com/thefrenchartists.(Direkt
zur
Hauptseite
von Paris Connection).
Die
Koproduktion eines Projekts wie Paris
Connection bietet die Möglichkeit schon
im Produktionsprozess in einen kritischen Dialog
zu treten. Paris Connection macht bekannt
mit einer lose verbundenen Gruppe von
Künstlern, die einander kennen, mitunter
Projekte geimeinsam erstellen, alle mit
Macromedia Director arbeiten, professionelle
Programmierung mit philosophischen Reflexionen
verbinden und für eine Software-Art stehen,
die sich durchaus unterscheidet von jener, die
Lev Manovich in seinem Essay "Generation Flash"
entwirft
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/editorial.htm
Der Blick
auf das Werk eines jeden einzelnen beeindruckt,
der Blick auf ihr Werk als Gruppe fasziniert
durch die Varianz und doch auch Kohärenz
des künstlerischen Angangs. Dies liegt zum
einen an der von allen benutzen Software
Shockwave, die zur Fusion von Bild, Ton, Video
und Programming ermuntert, zum anderen an ihrer
gegenseitigen guten Bekanntschaft und intensiven
Zusammenarbeit.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-andrews.htm
Diese
Gruppe französischer Künstler und ihr
höchst interessantes Werk führt zu
einer Frage: Könnte es sein, dass
diese Künstler die Morgendämmerung
eines neuen Sehens bewirken, wie einst die
Impressionisten? Einen komplexen, eminent
aktiven, interactiven und wissenschaftlichen
Blick?
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-pinto.htm
Gibt es
Netzliteratur so brillant wie diese
Netzkunst? Das Problem liegt in der Form.
Während bildene Künstler immer ihr
Material reflektieren, finden Experimente in der
Literatur zumiest nicht auf der visuellen Ebene
des Worts statt, sondern auf der sprachlichen
Ebene im Kopf. Ein anderer Grund: Das
Publikum der bildenen Kunst ist seit dem
Siegeszug der abstrakten Ästhetik mit
Bilder vertraut, die eher auf sensuelle
Stimulation zielen als auf realistische
Abbildung. Literaten hingegen sehen sich
weiterhin mit der Erwartung von Sinn
konfrontiert. Die faszinierenden Effekte der
digitalen Technologie scheinen da nicht viel zu
helfen.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-simanowksi.htm
Wir wissen
nicht, was Kunst in 20 oder 30 Jahren sein wird,
aber wir werden gewiss nicht mehr in der
gleichen Weise über sie sprechen, so wie
wir heute anders über Performance-Kunst
sprechen hinsichtlich ihrer genrespezifischen
Herkunft. Das Werk dieser Gruppe kann man als
algorithmische Poesie beschreiben. Die
Mathematik (die Programmierung) steht im Dienste
der Kunst, der Synthese, des menschlichen
Denkens und Fühlens - eine Kunst des
Übergangs.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/intro-thorington.htm
Er ist
kein Programmierer, produziert keine
Director-Arbeiten, dennoch spielt er eine
wichtige Rolle für die anderen
Künstler dieser Gruppe, für deren
Arbeiten er oft den Sound erstellt. Birgé
ist Musiker, Komponist, Produzent, Filmemacher,
Autor und gestaltet Multimedia-Live-Shows seit
1965.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/birge-intro.htm
Ich lehre
auch, aber nicht viele junge Leute haben genug
Allgemeinbildung um folgen zu können. Sie
hängen fest in einem Musikstil als sei der
Stil nichts. Das einzig wichtige ist, dass einem
geglaubt wird. Mein Stil ist philosophisch und
hat nichts mit Mode zu tun. deswegen könnte
er dauern! ... Ich glaube noch immer, wir
sollten die Welt ändern. es läuft
alles verkehrt herum.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/birge-interview.htm
Die
weitere Entwicklung seines Werks wird zeigen, ob
er weiterhin kreativ sein kann, ohne sich tiefer
aufs Programmieren einzulassen. Digitale
Künstler mit bescheidenen
Programmierkenntnissen kommen oft zu einem Punkt
der Wiederholung und des Selbstplagiats:
unfähig das umzusetzen, was ihnen
vorschwebt, oder, schlimmer noch, unfähig,
über das hinauszudenken, was sie
ke/önnen.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-intro.htm
1999 kam
ich von einer sechsjährigen Reise durch
Asien und Australien zurück. Ich hatte
einige Shows in Frankreich und wollte sehen, was
alles mit Computer möglich ist. Dann sah
ich in einer Ausstellung die
CD-ROM Alphabet. Ich war
beeindruckt, fragte herum, erfuhr, dass die
Basis eine Software namens Director ist. Ich
kaufte die Software und arbeitete damit wie ein
Verrückter für drei Monate. ... Mein
Ziel ist das Experiment mit dem Raum zwischen
Video, Interaktion und Malerei - und ich finde
es sehr aufregend.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-interview.htm
In
Mechanical Brushes ruft Clauss das
Ende der Malerei aus. Es ist ein ist moving
still life, das an Légers Ballet
mécanique und an die Technikeuphorie
der Futuristen erinnert. Der Pinsel
verkörpert nicht länger das
angemessene Werkzeug, er dient nur noch als
Symbol seiner eigenen Überflüssigkeit.
Der Pinsel der digitalen Bilder ist der
Code; Malerei ist, in ihrer
Materialität, Text geworden.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/clauss-review.htm
Das Ziel
von all dem ist Poesie. Ich nenne es
algorithmische Poesie. Ein Gedicht ist ein Text
der Poesie generiert, wenn ich ihn lesen. Der
Code, den ich zu schreiben versuche, ist ein
Text, der Poesie generiert, wenn der Computer
ihn für mich liest.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/durieu-interview.htm
Viele von
Durieus Werken handeln von grotesken
Körpern. In Autoportrait kann man
Durieus Gesicht verunstalten, in
Puppettool kann man Tierleiber
manipulieren. Was steckt hinter diesem Spiel mit
dem digitalen Körper? Wie steht es mit dem
(grotesken) menschlichen Körper: im
Cyberspace, in Real Life? Und wie beeinflussen
das Verschwinden, Neuerfindung und Modellieren
der Körper online unsere
Selbstverständnis und reales
Körpergefühl? Einige Anmerkungen zur
Diskussion des virtuellen, cyborg Körpers
und zu Beispielen der Body Art online.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/durie-review.htm
Als ich
Pianographique einem Freund zeigte,
wusste diese nicht, wohin mit seiner
Begeisterung. Man kann einen Backbeat oder einen
Background Sound einstellen und dann mit dem
Sound improvisieren. Visuelle Elemente
ergänzen den Effekt der Soundmanipulation.
Pianographique ist interessant in
zweierlei Hinsicht: als Werkzeug für
Kunst und als künstlerisches Werk.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/lamarque-intro.htm
Als ich
1992 Pianographique machte, war ich sehr
beeinflusst durch Dada, Surealismus, Collage
Technik und Experimentalfilme wie die von Oscar
Fischinger, der an der synästhetischen
Beziehung von Sound und Image arbeitete.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/lamarque-interview.htm
Schmitts
Ästhetik ist minimalistisch. Der Philosoph,
Künstler und Programmierer, sie alle sind
präsent in Schmitt eine seltene
Verbindung. Es ist wichtig zu sehen, wie Objekt
orientiertes Programmieren mit Hoffnung und
Nutzen für die Menscheit beseelt werden
kann. http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-intro.htm
Ich
befinde mich am Schnittpunkt von praktischer und
künstlerischer Herausforderung. Ich benutze
das Programmieren, um 'Plastik' -Kunst zu
erzeugen, also Objekte oder Situationen. Mein
Augenmerk liegt auf der Spannung zwischen dem,
was passieren wird. Programmieren ist der beste
Weg, dies zu erforschen. Im Falle von Avec
determination liegt die Spannung zwischen
dem Verlangen aufzustehen und den
Schwierigkeiten, dies zu tun - sowohl im
metaphorischen wie physischen Sinne.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-interview.htm
Wie Rilkes
Panter so besitzen auch Schmitts
Kreaturen das Doppelleben eines Symbols. Sie
representieren, was sie sind: ein Panter,
eingesperrt in einem Zoo, sowie programmierte
Strichwesen, gefangen in einem Kasten. Sie
bezeichnen zugleich die Grenzen der Zuschauer
selbst. ... Am Ende aber verstehen wir: Es geht
nicht darum, ob wir diese Kreaturen aus ihrer
Box befreien können, obgleich der
Programmierer die Optionen kontrolliert. Es geht
darum, dass wir um alles in der Welt hoffen
(oder hoffen sollten), dass er sie wirklich
kontrolliert.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/schmitt-review.htm
Man ist
beeindruckt von der minimalistischen Kongruenz
des Visuellen und Akustischen in servovalves
audio-visuell-interaktiven Shockwave Projekten.
... ligne de ville ist mein Favorit. Mach
das Licht aus, schalt auf Vollbild und dreh die
Lautsprecher auf. Der Sound besteht aus
Background Loops; wenn die Graphik sich
ändert, spielt einer der verschiedenen
reinen Töne. Es ist ein kosmisches
Stück, wie die Architektur des
Himmels...
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-intro.htm
Unsere
Gemeinsamkeit ist der Einsatz von Director wegen
seiner Erkundungsmöglichkeiten. ... Hier
enden die Geminsamkeiten. ... Jeder drückt
seine eigene Sensibilität aus ... und
glücklicherweise nutzen wir dieses Werkzeug
nicht in derselben Weise ... ein Trash-Metal-
Gitarrist und ein Country-Gitarrist spielen
beide die Gitarre ... Wir bilden unser
Instrument und spielen damit ... manchmal teilen
wir es miteinander.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-interview.htm
Wie Joan
Brooks McLane in Early Literacy
erklärt, unterscheiden kleine Kinder
nicht zwischen Zeichnen und Schreiben. Die
Buchstaben sind Linien und Formen genauso wie
Buchstaben. Unsere Kultur verlangt, dass das
Kind alphabetisiert wird und die Linien auf
Buchstaben reduziert. ... Es ist genau dieses
Oszillieren zwischen den unterschiedlichen
Seinsweisen einer Inskription: als etwas
zum Sehen und als etwas zum Lesen, was
Servovalve in seinem Werk nurb
untersucht.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/servovalve-review.htm
Konkrete
Poesie ist visuell nicht weil sie Bilder
einsetzen würde, sondern weil sie die
optische Geste der Wörter ihrer
semantischen hinzufügt. Die Philosophie
hinter dieser Wendung zum Typographischen ist,
die Wörter von ihrer repräsentierenden
Rolle zu befreien - hin zur reinen Sichtbarkeit:
das Bild um seiner selbst Willen. Andererseits
wird im dekonstruktiven Spiel mit der
symbolischen Ordnung der Sprache die Attacke
auch auf soziale Ordnungsmuster gesehen. Ist
digitale konkrete Poesie eher der einen
oder der anderen Intention verpflichtet?
Über historische Vorläufer,
Manierismus, Ästhetik des Spektakels und
das l'art pour l'art des
Programmcodes.
http://www.dichtung-digital.org/2003/parisconnection/concretepoetry.htm