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Projekttitel

Rahmenprojekt "Selbstreferentialität in den Medien"

Beteiligte

Leitung:

Prof. Dr. Winfried Nöth

Beteiligte:

Dr. Friedrich W. Block
Sabine Flach
Dr. Karin Wenz

Kontakt

Prof. Dr. W. Nöth: www.uni-kassel.de/wz2/noeth

Ort

Kassel, Wissenschaftliches Zentrum für Kulturforschung sowie Fachgebiet Anglistik / Linguistik und Semiotik im FB08

Laufzeit

2000-2003

Finanzierung

Universitätsmittel, weitere Mittel werden beantragt

Beschreibung

Dieses Forschungsprojekt schließt u.a. thematisch an das Projekt "Intermedialität" an, das im Wiss. Zentrum 1998/99 gefördert wurde und umfaßt eine Reihe von Einzelprojekten. Eines der Teilprojekte ist das Projekt "Interkulturelle Untersuchungen zu den Beziehungen zwischen Wort und Bild in Zeitung, Werbung und den Hypermedien", für das beim DAAD (Probral 2000) eine zwei- bis dreijährige Förderung bewilligt wurde. Dieses Teilprojekt wird gemeinsam mit dem Postgraduierten-Programm für Kommunikationswissenschaft und Semiotik der Kath. Univ. Sao Paulo bearbeitet. Im Laufe des Jahres 2000 ist eine Erweiterung und Ausarbeitung dieses Projektes zu einem DFG-Projekt geplant.

Die Medien sind ihrem eigenen Selbstverständnis nach "Mittler" zwischen der "Realität", über die sie berichten, und dem Publikum, für das sie berichten. Nach diesem Verständnis ist es ihre Aufgabe, Zeichen und Texte zu produzieren, die nicht auf sich selbst, sondern auf etwas anderes verweisen. Nicht Selbstreferenz, sondern Alloreferenz scheint das Prinzip der medialen Vermittlung zu sein. Trotz dieser allgemeinen Voraussetzungen ist eine zunehmende Selbstbezüglichkeit der Medien seit der Krise der Moderne zu beobachten, und Selbstreferenz gilt heute als eines der wichtigsten Kennzeichen der Postmoderne überhaupt: Die Texte beziehen sich mehr und mehr auf Texte, wobei sich die Spuren ihres Ursprungs verflüchtigen. Die Filme werden mehr und mehr zu Metafilmen, das Fernsehen thematisiert das Fernsehen (und die Notwendigkeit, dies im eigenen Sender zu tun) und wird somit immer mehr zu einem 'Nah-Sehen'. In der Literatur werden die Romane immer mehr zu Metaromanen, in der Kunst steht immer mehr der Künstler in seiner Körperlichkeit im Mittelpunkt des Interesses. Selbst die Werbung bezieht sich immer weniger auf die Darstellung der Produkte, indem sie die selbst erzeugten Mythen in ewigen Kampagnen wiederholt. Diese Phänomene der Selbstreferenz in den Medien im Kontext der postmodernen Kultur will das vorliegende Projekt erforschen, wobei es sich auf ausgewählte Teilbereiche der medialen Vermittlung konzentrieren wird.

Tagungen

Im Jahr 2000 werden im Rahmen dieses Projekts zunächst zwei Kolloquien stattfinden.
-18.-19.2. zum Thema "
Crisis of Representation"
-Oktober (voraussichtlich 20.-21.10) zum Thema "Ästhetik digitaler Literatur".

Publikationen

Grundgedanken zum Thema Selbsrefentialität in den Medien hat W. Nöth im Oktober 1999 in einem Plenarvortrag auf dem Kongreß "Jahrhundertende / Jahrtausendwende" der Lateinamerikanischen Gesellschaft für Semiotik in La Coruna unter dem Titel "Selbstreferentialität in der Krise der Moderne" vorgetragen (zur Publikationsliste Nöth). Entwürfe zu Teilbeiträgen im Rahmen dieses Projektes haben auch Friedrich Block (Thesen zur Selbstreferenz und Materialität in den Medien) sowie Sabine Flach und Karin Wenz (Materialität in den Medien, zur Publikationsliste Wenz ) vorgelegt.

Bemerkungen

zur ausführlichen Projektbeschreibung

[Die Angaben zu den Projekten stammen von den jeweiligen Projektleitern.]