|
Beschreibung
|
Zwei Pole
charakterisieren die internationale Diskussion
literarischer Hypertexte. Da sind diejenigen, die
man Programmierer nennen könnte und die sich
auf die technischen Bedingungen elektronischer
Literatur konzentrieren, und die Theoretiker, die -
oft ohne Rekurs auf textuelle Evidenz - Aussagen
über Natur und künftige Entwicklung von
Literatur treffen.
Zwischen diesen
Extremen, dem technologischen und dem spekulativen
Diskurs, fehlt weitgehend das Eigentliche: die
literaturwissenschaftliche Verortung und Bewertung
des Genres und der einzelnen Texte, die es bisher
konstituieren, also das, was den philologischen
Umgang mit Literatur vorrangig ausmacht.
Hier liegt der
Ansatzpunkt des Projektes, das also kein Forum der
Softwareentwickler werden wird, aber auch keine
reine Theorieplattform sein will, sondern eine
Bestandsaufnahme anstrebt: Wie weit reicht,
ungeachtet aller Phrasen vom "Ende Gutenbergs", von
der "Auflösung des Textes" usw., unser
traditionelles philologisches Instrumentarium
wirklich? Welche Begriffe bleiben
leistungsfähig, welche bedürfen der
Neudefinition, welche haben tatsächlich
ausgedient? Sind herkömmliche textanalytische
Verfahren noch brauchbar? Was geschieht mit Text-,
Fiktions- und Linearitätskonzepten
tatsächlich beim Übergang von
konventioneller zur Hypertextliteratur? Und wie
geht man als Kritikerin, als Leser, als
Übersetzerin mit einem konkreten Text
um?
|