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Seminartitel

Mediale Aspekte des Computers, Computerspiel / Interactive Entertainment (IE)

Seminarleiter

Frank Furtwängler

Kontakt

Uni-Konstanz -> FB LitWiss -> Medienwiss
Frank.Furtwaengler@uni-konstanz.de

Ort

Universität Konstanz, Fachbereich Literaturwissenschaft / Medienwissenschaft

Termin

WS 1999/2000

Seminarart

scheinerwerbsentbundene, studienabschnittsunabhängige Veranstaltung in Form einer fortlaufenden Arbeitsgruppe

Kommentar

Wie neu ist das »neue Medium« Computerspiel und inwiefern handelt es sich überhaupt um Spiele? Das Verhältnis des Computerspiels zu anderen Medien steht unter folgenden Aspekten zur Diskussion:

1. Bildästhetik: Welcher bildästhetischen Konzepte, v.a des Films, bedient sich das IE und welche neuen Errungenschaften sind der IE-Bildästhetik zuzuschreiben und wie reagieren Filme der letzten Jahre auf solche möglichen Errungenschaften?

2. Erzähltheorie: Es stellt sich hier eine ähnliche Frage, wie im Falle der Bildästhetik, jedoch in Bezug auf die Narrativität. Wie reagiert(e) Literatur und Film auf die Möglichkeiten des Non-Linear-Storytelling? Zusätzlich stellt sich die Frage, nach grundsätzlich neuen Komponenten und Problemen in der Erzähltheorie (siehe Punkt 3).

3. Interface: Durch Formen der Interaktivität wird der Benutzer/Spieler/Leser in den Ablauf des IE notwendigerweise  integriert. Welche erzähltheoretischen und bildästhetischen Probleme treten bei dem Entwurf einer nicht linearen Handlung auf und welche Lösungen sind in der Entwicklungsgeschichte des IE angeboten worden (siehe Punkt 5) und welche neuen Konzepte könnte die Zukunft bringen? Welche Grenzen liefert die Interaktivität der sinnvollen Narrativität?

4. Intermedialität: Offenbar bedient sich das IE nicht zuletzt der Errungenschaften traditioneller Medien (siehe Fragestellungen in Punkt 1 und 2), die es dazu auf seine ganz spezifische Weise heranzieht und hybridisiert. Unter diesem Punkt soll dargestellt werden, auf welche Weise das mediale Prinzip des Computers traditionelle Medien generiert, um sich ihre Errungenschaften zu erschließen.

5. Entwicklungsgeschichte: Die bisherigen Punkte werden anhand geeigneter Beispiele im Blick auf die Entwickulungsgeschichte beleuchtet.

Seminarplan
(Schwerpunkte)

Kein strikter Seminarplan, Themenauswahl nach Interesse und Motivation der Teilnehmer, z.Zt. "Filmanalyse" Computerspiel

Primär'texte'
(Auswahl)

-Interactive Fiction von Infocom
www.lysator.liu.se/adventure/Infocom/
-PDD's Adventure Page www.if-legends.org/~pdd
-Exemplarische Beispiele für die Entwicklungsgeschichte des graphisch orientierten Computerspiels zw. 1976 und 2000.

Literaturliste
(Auswahl)

1. Websites
-Adventureland www.lysator.liu.se/adventure
-GameSpot www.gamespot.com
-German National Research Center for Information Technology
file://ftp.gmd.de/if-archive

2. Print-Texte
- Dencker, Klaus Peter (Hg.): Interface 1. Elektronische Medien und Künstlerische Kreativität, Baden-Baden/Hamburg, 1992.
- Rötzer, Florian (Hg.): Digitaler Schein. Ästhetik der elektronischen Medien, Frankfurt a. M., 1991.
- Ryan, Marie-Laure (Hg.): Cyberspace Textuality. Computer Technology and Literary Theory, Indiana, 1999 .
- Schade, Sigrid/Tholen, Georg Christoph (Hg.): Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien, München, 1998.
- Schwarz, Hans-Peter: Medien-Kunst-Geschichte. Medienmuseum ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, München/New York, 1997.
- Warnke, Martin/Coy, Wolfgang/Tholen, Georg Christoph (Hg.): HyperKult. Geschichte, Theorie und Kontext digitaler Medien, Basel, 1997.
- Winkler, Hartmut: Docuverse. Zur Medientheorie der Computer, München, 1997.

3. Zeitschriften: 
Game Developer
Computer Graphics (ACM Siggraph)
Informationen hauptsächlich aus dem www.

Bemerkungen

Das Seminar widmet sich nicht nur textuell-literarischen Gegenständen, sondern größtenteils graphischen Formen der interaktiven ("Unterhaltungs-")Medien, momentan repräsentiert durch Computerspiele. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung eines deskriptiven Apparats hinsichtlich Computerspielsprache (in Anlehnung an Filmsprache) für neue Kategorien beispielsweise der erzählerischen Strategien, aber auch Bildästhetik.

Das Seminar ist in ein Forschungsprojekt der Medienwissenschaft Universität Konstanz integriert, das sich schwerpunktmäßig auf Schnittstellen zwischen den Medien konzentriert (Intermedialität, Intertextualität) und nach neuen Kategorien und Qualitäten digitaler, interaktiv manipulierbarer Medien im Vergleich zu traditionellen Medien fragt. 

Das Seminar hat momentan 8 Teilnehmer und wird über das Forschungsprojekt universitätsintern unterstützt und finanziert.

[Die Angaben zu den Projekten stammen von den jeweiligen Projektleitern.]