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Seminartitel

Hypertexttheorien

Seminarleiterin

Annina Klappert

Kontakt

a.klappert@uni-koeln.de

Ort

Germanistisches Seminar der Universität Bonn

Termin

SS 2000

Seminarart

Seminare zur Medienpraxis

Kommentar

Ein Faden ist eine Zeile, ist eine Linie, die nur eigentlich am Buchrand abbricht, uneigentlich aber in der nächsten Zeile fortgesetzt wird. Oder? Ein Faden franst aus, verhakt sich an anderen Fransen, wird schräg und quer mit anderen Fäden verknüpft. Oder so: Ein Faden verknäult, verknotet sich, viele Fäden, viele Knoten, ein unüberschaubares Fadengewirr - ist das ein Text? Oder ein Hypertext? Webt sich jede Lektüre ihren Text anders zurecht? Gibt es überhaupt einen Text ohne Lektüre?

Verschiedene Textbegriffe und -verständnisse sind im Umlauf, verknoten sich und fransen aus. Das Seminar wird sich mitten ins Knäuel jüngerer und jüngster Hypertexttheorien begeben und hierbei einerseits versuchen, das Modell des Hypertextes herauszuarbeiten und andererseits in die kritische Diskussion um Hypertexttheorien einzusteigen.

Seminarplan

17.4. Vorbesprechung, Hypertext – was ist das?

08.5. Problem/Geschichte,
Text: Bush: As we may think
Text: Kuhlen: Nicht-lineare Strukturen, Kapitel 4

15.5. Begriff
Text: Bolter: Writing Space, S. 15-31
Text: Landow: Hypertext 2/0, S. 3-6
Text: Kuhlen: Nicht-lineare Strukturen, Kapitel 1

22.5. Konzepte: Linearität/Nichtlinearität
Text: Winkler: Docuverse, Kapitel 1, S. 14-53
Text: Aarseth: Nonlinearity and Literary Theory

29.5. Konzepte: Lesen/Schreiben

29.5. Konzepte: Barthes
Text: Barthes: S/Z, S. 7-14
Text: Landow: Hypertext 2.0, S. 5

19.6. Konzepte: Rhizom/Demokratie
Text: Deleuze/Guattari: Rhizom
Text: Winkler, Docuverse, S. 172-184
Text: Landow, Hypertext 2.0, S. 38

26.6. Hypertext ‚avant la lettre‘

3.7. Hyperfiction
Text: Ruth Nestvold: Das Ende des Buches. Hypertext und seine Auswirkungen auf die Literatur

Bemerkungen

Am Seminar nehmen sieben Studierende teil, die eher aus den höheren Semestern kommen. Die Motivationen und Vorkenntnisse sind sehr heterogen: vom Interesse an Hyperfiction über dasjenige an Texttheorien im allgemeinen oder den Zusammenhang von Jean Paul und Hypertext im besonderen bis hin zur Neugier auf das absolut Unbekannte ist alles vertreten. Das macht das Seminar sehr lebendig, da die Studierenden sehr verschiedene Perspektiven und große Diskussionslust mitbringen. Referate sind freiwillig, da auch das Seminar im dem Sinne freiwillig ist, dass man keinen Schein erwerben kann. Es sitzen also nur am Thema Interessierte darin, deren Stundenplan mit Pflichfächern schon voll ist. Dennoch sind einige zur zusätzlichen Arbeit bereit und bringen sich mit Beiträgen ein.

Das Seminar ist ein reines Theorieseminar, das heißt, dass wir gar nicht am Computer arbeiten, nur über ihn reden. Ein Manko? Bisher nur an Stellen in der Diskussion, wo auf Praxisbeispiele angespielt wurde, aber noch nicht alle genügend Erfahrungen mit dem Internet oder Hyperfiction gemacht haben, wo also die eigene Praxis noch nicht als Voraussetzung mitgebracht wurde.

[Die Angaben zu den Projekten stammen von den jeweiligen Projektleitern.]