Roberto
Simanowski Die
erste Botschaft des vorliegenden Bandes lautet: Von
Interfictions hat das Buch nichts zu fürchten.
Denn es handelt sich um Undruckbares, das mit den
spezifischen Mitteln der digitalen Medien nach
künstlerischem Ausdruck sucht: Als
Mitschreibprojekt, das die Leser in Autoren wandelt
und das Werk in einen Prozess. Als Hyperfiction,
die vom Leser verlangt, sich den Text selbst
zusammenzustellen, und im besten Falle den Link
zwischen den Textsegmenten zum eigentlichen Text
macht. Als multimediales Werk, das Wort, Bild und
Ton zu einer neuen Sprache mixt. Dieses
Buch handelt nicht von Literatur, die ins Internet
wandert und schließlich doch auf Papier enden
will. Diese Buch handelt von 'Literatur', die im
und aus dem Netz des digtalen Codes entsteht, die
interaktiv und intermedial ist und die durch die
verborgene Befehlssprache unter der
Bildschirmoberfläche auf einem Alphabet der
Inszenierung beruht, das sie undruckbar macht. Es
geht um neue ästhetische Ausdrucksformen und
deren 'literarisches' Feld. Kein Ersatz für
das gute alte Buch, aber ein Konkurrent, so wie
Kino und Fernsehen auch.
Interfictions.
Vom Schreiben im Netz
Frankfurt
am Main
Edition Suhrkamp 2247: 2002
198 Seiten, 10 Euro
ISBN 3-518-12247-9
dichtung-digital