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Am 29.
Oktober 1969 saß an der University
of California in Los Angeles (UCLA) der
Student Charley Kline vor einem Rechner
und versuchte, über eine
Netzwerkverbindung die Zeichenfolge
»LOGIN« an einen Rechner im rund
5000 Kilometer entfernten Stanford
Research Institute zu übermitteln.
Der Datentransfer startete zunächst
erfolgversprechend, doch kam das System
bereits bei der Eingabe des Buchstaben G
aufgrund völliger Überlastung
zum Absturz. Dennoch gilt das benannte
Datum als die Geburtsstunde des
Datenaustauschs per Computer; Leonard
Kleinrock, der Leiter des Experiments an
der UCLA, merkte später an, man
könne das erfolgreich
übermittelte Fragment »LO«
ja als eine phonetische Variante von
»hello« deuten. Schließt
man sich einer solchen Deutung an, so
markiert der 29. Oktober 1969 nicht nur
die Geburtsstunde des Internet, sondern
zugleich auch das Datum der ersten
erfolgreich (wenn auch monodirektional)
abgewickelten synchronen
computervermittelten Kommunikation. Ob
sich der Rezipient am anderen Ende der
Verbindung durch das »(hel)LO«
angesprochen gefühlt hat, ist uns
nicht bekannt.
Heute
gehört der Austausch von Nachrichten
und die Abwicklung interpersonaler
Kommunikation via Internet für viele
Menschen zum Alltag. Die Popularität
und die breite Nutzung von
Online-Kommunikationsangeboten zeigt,
daß die sogenannten »Neuen
Medien« die Medienlandschaft in einer
Art und Weise verändern, wie sie
für die Netzwerkpioniere von 1969
sicherlich noch kaum vorstellbar war. Der
erste Chat im Jahre 1972 oder die
E-Mail-Botschaft von Queen Elizabeth II.
aus den USA an die Bürger von England
im Jahre 1976 stellen in den Siebziger
Jahren zwar in mediengeschichtlicher
Hinsicht prominente Ereignisse dar, doch
bleibt die Nutzung der mit den neuen
Netzwerktechnologien gegebenen
Kommunikationsmöglichkeiten
zunächst noch weitgehend auf
exklusive Nutzergruppen beschränkt.
Erst mit der Entwicklung
kostengünstiger Heimcomputer sowie
mit der Etablierung
plattformübergreifender
Netzwerkprotokolle wurden den
Computernetzwerken sowie den mit ihnen
gegebenen Kommunikationsdiensten breitere
Nutzerkreise sowie neue, nicht mehr
lediglich im militärstrategischen und
akademischen Umfeld beheimatete
Nutzungszusammenhänge erschlossen.
Die
Popularität und die Massennutzung von
Kommunikationsdiensten im Internet hat in
den letzten Jahren ein verstärktes
Interesse der Sprach-, Kommunikations-,
Sozial- und Verhaltenswissenschaften
darauf gelenkt, wie sich der Vollzug
kommunikativer Handlungen und sozialer
Interaktion bei der Nutzung von
Kommunikationsangeboten in Computernetzen
beschreiben läßt. Die
Beschäftigung mit Formen und
Ausprägungen computervermittelter
Kommunikation steht hierbei im Kontext
einer Perspektivierung von Computermedien
unter - maßgeblich durch das
Internet beeinflußten -
veränderten Nutzungsbedingungen, bei
welcher Computer nicht mehr primär
als Speichermedien, sondern vornehmlich
als Medien für einen
netzwerkbasierten Datenaustausch und somit
auch für die Bereitstellung neuer
Kommunikations- und Informationsangebote
in den Blick geraten. Die im Rahmen
solcher Angebote beobachtbaren
medienspezifischen und zugleich durch das
vermittelnde Medium bedingten Formen von
Kommunikationsvollzügen und
Informationsangeboten sind für
diejenigen Wissenschaften, die sich
traditionellerweise mit interpersonaler
Interaktion, soziokommunikativer
Gemeinschaftlichkeit und dem Austausch von
Information befassen, daher besonders
attraktiv, da sich durch sie neue
Gegenstände ergeben, an welchen sich
nicht nur etablierte Theorien und Methoden
kritisch überprüfen lassen,
sondern hinsichtlich derer sich z.T. auch
neue Perspektiven in bezug auf das
ergeben, was bislang als
»Kommunikationsverhalten«,
»Sozialität« oder
»Identität« untersucht
wurde.
Die
schrittweise Aneigung und Reflexion dieser
neuen Gegenstände in den
verschiedenen Disziplinen dokumentiert
u.a. eine - im angloamerikanischen Raum ab
etwa 1991, im deutschsprachigen Raum ab
etwa 1995 - merklich zunehmende Anzahl an
Publikationen zum Thema. In erster Linie
Sammelbände und dem Thema gewidmete
Periodika repräsentieren hierbei
jeweils die aktuellen Problem- und
Interessenlagen in bezug auf die
Auseinandersetzung mit
computervermittelter Kommunikation sowie
mit Informationsangeboten in
Netzwerkdiensten. Zu nennen wären
hierbei für das Englische
beispielsweise Herring (1996) und Jones
(1997) sowie das 1995 von Margaret
McLaughlin und Sheizaf Rafaeli an der
University of Southern California
begründete und kontinuierlich als
WWW-Publikation geführte
»Journal of Computer-Mediated
Communication«. Für das Deutsche
stellen der bereits 1995 vorgelegte Band
50 der »Osnabrücker
Beiträge zur Sprachtheorie«
(OBST) zum Thema »Neue Medien«,
sowie Münker/Roesler (1997),
Weingarten (1997), Holly/Biere (1998) und
neuerdings Thiedeke (2000) und Thimm
(2000) wichtige Stationen der
Beschäftigung mit Formen
internetbasierter Informationsangebote und
computervermittelter Kommunikation dar;
weiterhin existiert seit 1998 eine von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
geförderte Forschergruppe »Neue
Medien im Alltag«, deren Ergebnisse
und Forschungsanliegen sukzessive in
verschiedenen Veröffentlichungen
dokumentiert werden (vgl.
Voss/Holly/Boehnke 2000 sowie
Boehnke/Döring 2001); daneben ist ein
zunehmender Niederschlag der
Themenbereiche Neue Medien und
Netzkommunikation auch in den Programmen
verschiedener Fachtagungen feststellbar,
so z.B. in der explizit dem Thema
»Sprache und neue Medien«
gewidmeten 35. Jahrestagung des Instituts
für deutsche Sprache (IDS) aus dem
Jahr 1999 (nachzulesen im zugehörigen
Jahrbuch, Kallmeyer 2000). Diese und
andere Publikationen demonstrieren in
vielfältiger Weise, daß die an
den Gegenstand geknüpften
Fragestellungen das Interesse
unterschiedlichster Disziplinen
übergreifen. Aus diesem Grunde ist
mittlerweile als Bezeichnung für die
aus verschiedensten
Forschungszusammenhängen motivierte
Beschäftigung mit dem gemeinsam
perspektivierten Gegenstand
verschiedentlich auch der Ausdruck
Netzwissenschaft gebräuchlich.(1)
Das
spezifisch »Neue« von
computervermittelter Kommunikation kann am
sinnfälligsten am Beispiel der Chat-
bzw. IRC-Kommunikation vorgeführt
werden, da Chat und IRC (und daneben auch
die sogenannten MUDs und MOOs) - u.a.
aufgrund ihrer Nahezu-Synchronizität
- als die innovativsten der mit dem
Internet gegebenen Kommunikationsformen
angesehen werden können. (2) Bereits
eine flüchtige Bestandsaufnahme der
existierenden Ansätze zur
Beschäftigung mit Chat-Kommunikation
zeigt den Gegenstand als einen
außerordentlich facettenreichen
Komplex, der unter verschiedenerlei
Perspektiven und unterschiedlichsten
Frage- und Problemstellungen fokussiert
werden kann (und wird). (3) Vornehmliche
Ansatzpunkte sind hierbei beispielsweise
Fragen nach den Ausprägungen von
Identität und Sozialität in der
»Netzwelt«, Fragen nach
Besonderheiten der
Äußerungsproduktion und
-rezeption, Fragen der
kommunikationstheoretischen Einordnung der
Chat-Kommunikation und der in
Chat-Protokollen diagnostizierbaren
sprachlichen Sonderformen und nicht
zuletzt Ansätze, die auf den
Inszenierungscharakter abheben, der nicht
selten im Rahmen von kommunikativen
Episoden in Chat-»Räumen«
beobachtet werden kann. Weiterhin werden
in verschiedenen Bereichen der
universitären wie
außeruniversitären Aus- und
Weiterbildung die
Einsatzmöglichkeiten von
Chat-Werkzeugen, beispielsweise im Rahmen
von via Internet abgewickelten Workgroups,
Diskussionsgruppen und
Lehrveranstaltungen, untersucht. Daneben
sind Bemühungen um eine typologische
Binnendifferenzierung des
Phänomenbereichs
»Chat-Kommunikation«
feststellbar, etwa in Gestalt von
Untersuchungen zu spezifischen
Ausprägungsformen von Chat-Angeboten
und zu unterschiedlichen Typen von via
Chat abgewickelter Konversation: Es gibt
unmoderierte Chats, moderierte Chats,
themenspezifische Chats,
gruppenspezifische Chats, Chat-Events,
Beratungs-Chats, Seminar-Chats,
Rollenspiel-Chats, Chats mit Avataren,
Comic-Chats, ... (um nur einige
Ausprägungen zu nennen). Im Rahmen
dieser unterschiedlichen Chat-Angebote
gibt es Kommunikationsvollzüge in
»offenen« und
»verschlossenen« Räumen,
Kommunikationsvollzüge innerhalb von
Gruppen mit offener oder begrenzter
Teilnehmerzahl, Zweierkonferenzen,
Kommunikationsvollzüge mit
spielerisch-theatralem Charakter,
Privatkonversationen, Diskussionen,
»Cyberflirts« und
»Cybersex«, »Flamings«
und »Cyberwar«. Bisweilen bleibt
hierbei der kommunikative Kontakt nicht
nur auf die Inanspruchnahme des jeweiligen
Chat-Dienstes selbst begrenzt, sondern
setzt sich fort in angegliederten
Gästebüchern, Forendiensten,
äußert sich in von seiten der
Teilnehmer auf privaten Homepages
veröffentlichten Texten und
Stellungnahmen oder - ganz
»real« - im Rahmen gegenseitigen
Kennenlernens »in real life«,
d.h. bei Blind Dates oder auf sogenannten
»Chatter-Treffen« bzw.
»Relay-Chat-Parties«.
Der
vorliegende Band bringt in einer Reihe von
Einzelbeiträgen die unterschiedlichen
Zugangsweisen zu Phänomenen der
Chat-Kommunikation zur Darstellung und
dokumentiert damit zugleich die
Interdisziplinarität des damit
zusammenhängenden - spannenden wie
facettenreichen - Forschungsfeldes. Der
Band ist in fünf thematische Rubriken
unterteilt, die jeweils für sich und
in Ergänzung zueinander
unterschiedlichen Motivationen einer
Beschäftigung mit Chat-Kommunikation
entsprechen (wobei bisweilen thematische
Überschneidungen nicht zufällig,
sondern vielmehr in Hinblick auf die
Interdisziplinarität notwendigerweise
gegeben sind):
Teil 1
(Sprache und Interaktion in
Chat-Kommunikation) umfaßt vier
Beiträge, die unter primär
sprachwissenschaftlich motiviertem Ansatz
Möglichkeiten des Zugangs zu via Chat
abgewickelten Kommunikationsvollzügen
aufzeigen: Angelika Storrer diskutiert
anhand von Belegen aus unterschiedlichen
Typen von Chat-Angeboten und auf der
Grundlage der funktional-pragmatischen
Unterscheidung von »Text« und
»Diskurs« medienspezifische
Formen des »Sprecherwechsels«
und der Deixis im zweidimensionalen Raum
der Bildschirmanzeige. Juliane
Schönfeldt geht der Frage nach,
inwieweit die »getippten
Gespräche« in themenfreien,
unmoderierten Chat-Diensten hinsichtlich
ihrer Organisationsstrukturen mit
Face-to-face-Gesprächen vergleichbar
sind und inwieweit sich die in der
traditionellen Diskursanalyse entwickelten
Kategorien auf eine Beschreibung der
Interaktion in Chats anwenden lassen.
Jörg Kilian stellt mit der
»verschrifteten Umgangssprache«
eines der nähesprachlichen Spezifika
von E-Mail- und Chat-Kommunikation in den
Kontext von historischen Vorläufern
aus der Sprach- und Literaturgeschichte
und zeigt Zusammenhang und Unterschiede.
Michael Beißwenger reflektiert
anhand von Beispielen das Konzept des
Chat-»Raums« sowie die
Möglichkeiten und Formen der (an
»Nicknames« und
»Figurenkonzepte«
geknüpften) Selbstpräsentation
im Chat und skizziert Chat-Kommunikation
davon ausgehend als eine Interaktionsform,
die aufgrund ihrer trägermedialen
Rahmenbedingungen ihre Attraktivität
unter anderem durch spezifische
Möglichkeiten der kommunikativen
Selbstinszenierung sowie des interaktiven
Spiels mit konsensuell ausgehandelten
Simulationen gewinnt.
Teil 2
(Sozialität und Identität in
Chat-Kommunikation) wird eröffnet
durch einen Beitrag von Nicola
Döring, in welchem
überblicksartig - ausgehend von einem
Vorschlag zur Typologisierung von
Chat-Angeboten unter verschiedenen
Kriterien - Forschungsdesigns,
Untersuchungsmethoden und zentrale
Themenkomplexe einer sozialpsychologisch
motivierten Beschäftigung mit
Chat-Kommunikation vorgestellt werden.
Alexander Schestag fragt nach der
Auswirkung von Machtstrukturen und
Machtmißbrauch auf das Profil
virtueller Gemeinschaften und skizziert in
diesem Zusammenhang ein ethnologisch
motiviertes Konzept für die
Bestimmung virtueller Gemeinschaften als
»virtueller Kulturen«. Gerit
Götzenbrucker und Roman Hummel
beschreiben Charakteristika des
Beziehungsaufbaus und der
Community-Bildung in Chat-Diensten im
Vergleich zu MUDs und Newsgroups und
thematisieren in diesem Zusammenhang u.a.
auch die Bedeutung einer gemeinsam
geteilten und dokumentierten
»Geschichtlichkeit« für den
Zusammenhalt von virtuellen
Gemeinschaften.
Teil 3
(Typen von Chats und ihre Nutzer) wendet
sich zunächst dem Typus des
»Polit-Chats« zu: Hajo
Diekmannshenke zeigt anhand eines
umfangreichen Korpus von Mitschnitten aus
Chats mit bekannten deutschen Politikern
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von
Politiker-Auftritten in Chats und
politischer Kommunikation in
Fernseh-Talkshows auf und stellt u.a.
fest, daß sich erstere
gegenüber zweiteren durch eine
deutliche Integration des
»Spaßfaktors« auszeichnen.
Caja Thimm thematisiert am Beispiel zweier
Beratungs-Chats den Wandel der
Funktionalität von Chat vom reinen
Unterhaltungsmedium und Sozialtreff hin zu
einer textbasierten Form der
Kommunikation, die thematischen Austausch
in gleichermaßen interessierten
Gruppen ermöglicht. Claudia Orthmann
gibt einen Überblick über die
Strategien der Sebstdarstellung und der
kommunikativen Kontaktaufnahme von Kindern
und Jugendlichen im Chat, John Suler
untersucht am Beispiel des
Multimedia-Chat-Angebots The Palace
Spezifika der Kommunikationsabwicklung,
die sich durch die Möglichkeit der
visuellen Selbstpräsentation durch
sog. »Avatars« ergeben, sowie
die Auswirkungen graphischer
Interaktionsmittel auf Formen und
Strategien sozialer Kontaktaufnahme und
den Umgang mit graphisch simulierten
»virtuellen Umgebungen«. Karl
Kollmann untersucht den Typus des
Erotik-Chats unter der Fragestellung,
inwieweit sich der Austausch von
(simuliertem) Sex und Aufmerksamkeit in
rein textbasierten
Kommunikationsumgebungen unter einer
konsumökonomischen Perspektive
beschreiben läßt.
Teil 4
(Chat-Kommunikation im soziokulturellen
Kontext) eröffnet mit einer Analyse
von Jannis Androutsopoulos und Volker
Hinnenkamp zu Code-Switching-Mustern in
bilingualen Chat-Angeboten, die von
türkischen und griechischen (in
Deutschland lebenden) Jugendlichen der
2./3. Migrantengeneration genutzt werden.
Michael Beißwenger und Ulrike
Pütz beschreiben auf dem Hintergrund
der spezifischen Sprachsituation
Gehörloser, wie sich in der
synchronen textbasierten Kommunikation in
sog. »Deafchats«
Versprachlichungsprinzipien der
Gebärdensprache durch die Strukturen
der - für die via Chat
notwendigerweise benutzte - »Sprache
der Hörenden« Bahn brechen.
Nasser Berjaoui geht anhand des
marokkanischen Arabischen - eines Dialekts
ohne normierte Schreibung - der Frage
nach, wie die Nutzer der
Kommunikationsform Chat intuitiv bestimmte
Formen der Graphie und Orthographie in
bezug auf die von ihnen verwendete Sprache
herausbilden.
Teil 5
(Chat-Kommunikation für Ausbildung
und Lehre - Anwendungen und Perspektiven)
widmet sich schließlich der Frage,
inwieweit sich Chat-Werkzeuge für die
Abwicklung von Online-Bildungsangeboten
und »virtuellen Seminaren«
einsetzen lassen und wie via Chat
angebotene bzw. chatunterstützte
Lehrveranstaltungen und Kooperationsformen
effizient organisiert werden können.
Lothar Lemnitzer und Karin Naumann zeigen
hierbei in ihrem »Bericht von einem
virtuellen Seminar«, unter welchen
konzeptionellen Voraussetzungen
Chat-Werkzeuge gewinnbringend im Rahmen
der akademischen Lehre eingesetzt werden
können und inwieweit die Nutzung
medialer Schriftlichkeit einen Mehrwert
gegenüber dem rein mündlichen
Unterrichtsgespräch aufweisen kann.
Teresa Cerratto diskutiert anhand einer
Fallstudie Probleme und Perspektiven der
Verwendung von MOOs zur Abwicklung von
Fortbildungsveranstaltungen; besondere
Problempunkte werden hierbei in den
konversationellen und technischen
Rahmenbedingungen der virtuellen Lern- und
Diskussionsumgebung verortet. Jörg
Zumbach und Peter Reimann
beschließen den Band mit einem
Beitrag zu Ursachen und Konsequenzen der
vergleichsweise hohen Ausstiegsrate bei
der synchronen Online-Zusammenarbeit und
stellen einige Strategien vor, anhand
derer die Bildung eines positiven
Gruppenklimas sowie einer gemeinsamen
Gruppenidentität unterstützt
werden kann.
Zu jedem
der Beiträge findet sich im Anhang
des Bandes ein Abstract in deutscher und
in englischer Sprache.
Inhalt
Teil 1:
Sprache und Interaktion in
Chat-Kommunikation - Konzeptionelle
Zugänge und Analysen
Angelika
Storrer
Die sprachliche Organisation getippter
Gespräche: Sprecherwechsel und Deixis
in der Chat-Kommunikation
Juliane
Schönfeldt
Die Gesprächsorganisation in der
Chat-Kommunikation
Jörg
Kilian
T@stentöne. Geschriebene
Umgangssprache in computervermittelter
Kommunikation. Historisch-kritische
Ergänzungen zu einem neuen Feld der
linguistischen Forschung
Michael
Beißwenger
Das interaktive Lesespiel.
Chat-Kommunikation als mediale
Inszenierung
Teil 2:
Sozialität und Identität in
Chat-Kommunikation - Konzeptionelle
Zugänge und Analysen
Nicola
Döring
Sozialpsychologische Chat-Forschung:
Methoden, Theorien, Befunde
Alexander
Schestag
Macht und Machtmißbrauch im IRC aus
ethnopsychologischer Sicht
Gerit
Götzenbrucker / Roman Hummel
Zwischen Vertrautheit und
Flüchtigkeit. Beziehungsdimensionen
in computervermittelten Konversationen -
am Beispiel von Chats, MUDs und Newsgroups
Teil 3:
Typen von Chats und ihre Nutzer
Hajo
Diekmannshenke
»Das ist aktive Politik, Danke und
Tschüß Franz« Politiker im
Chatroom
Caja
Thimm
Funktionale Stilistik in elektronischer
Schriftlichkeit: Der Chat als
Beratungsforum
Claudia
Orthmann
Kinder und Jugendliche auf der Suche nach
Gesprächspartnern: »Wer will
chatten?«
John
Suler
The Psychology of Avatars and Graphical
Space in Multimedia Chat Communities or:
How I Learned to Stop Worrying and Love My
Palace Props
Karl
Kollmann
Modellierung der Aufmerksamkeit - Erotik
und Chat
Teil 4:
Chat-Kommunikation im soziokulturellen
Kontext - Sprachenspezifische
Einzelanalysen
Jannis
Androutsopoulos / Volker Hinnenkamp
Code-Switching in der bilingualen
Chat-Kommunikation: ein explorativer Blick
auf #hellas und #turks Beispielsequenz zum
Beitrag
Michael
Beißwenger / Ulrike Pütz
»hauptsache wir verstehen uns
gegeneinander«
Ver(fremd)sprachlichung und
Ausdrucksbildung in textbasierten
Gehörlosen-Webchats
Nasser
Berjaoui
Aspects of the Moroccan Arabic Orthography
with Preliminary Insights from the
Moroccan Computer-Mediated Communication
Teil 5:
Chat-Kommunikation für Ausbildung und
Lehre - Anwendungen und Perspektiven
Lothar
Lemnitzer / Karin Naumann
»Auf Wiederlesen!« - das
schriftlich verfaßte
Unterrichtsgespräch in der
computervermittelten Kommunikation.
Bericht von einem virtuellen Seminar
Teresa
Cerratto
The use of synchronous text-based
environments for teacher professional
development
Jörg
Zumbach / Peter Reimann
Analyse und Förderung komplexer
Kooperation und Kollaboration in
synchronen Lernumgebungen
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