Michael Beißwenger (Hg.)
Chat-Kommunikation. Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation
Stuttgart: ibidem-Verlag: 2001
552 Seiten, Euro 79 (Paperback-Ausgabe Herbst 2002 für 36,80 Euro)
ISBN 3-89821-020-0

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Am 29. Oktober 1969 saß an der University of California in Los Angeles (UCLA) der Student Charley Kline vor einem Rechner und versuchte, über eine Netzwerkverbindung die Zeichenfolge »LOGIN« an einen Rechner im rund 5000 Kilometer entfernten Stanford Research Institute zu übermitteln. Der Datentransfer startete zunächst erfolgversprechend, doch kam das System bereits bei der Eingabe des Buchstaben G aufgrund völliger Überlastung zum Absturz. Dennoch gilt das benannte Datum als die Geburtsstunde des Datenaustauschs per Computer; Leonard Kleinrock, der Leiter des Experiments an der UCLA, merkte später an, man könne das erfolgreich übermittelte Fragment »LO« ja als eine phonetische Variante von »hello« deuten. Schließt man sich einer solchen Deutung an, so markiert der 29. Oktober 1969 nicht nur die Geburtsstunde des Internet, sondern zugleich auch das Datum der ersten erfolgreich (wenn auch monodirektional) abgewickelten synchronen computervermittelten Kommunikation. Ob sich der Rezipient am anderen Ende der Verbindung durch das »(hel)LO« angesprochen gefühlt hat, ist uns nicht bekannt.

Heute gehört der Austausch von Nachrichten und die Abwicklung interpersonaler Kommunikation via Internet für viele Menschen zum Alltag. Die Popularität und die breite Nutzung von Online-Kommunikationsangeboten zeigt, daß die sogenannten »Neuen Medien« die Medienlandschaft in einer Art und Weise verändern, wie sie für die Netzwerkpioniere von 1969 sicherlich noch kaum vorstellbar war. Der erste Chat im Jahre 1972 oder die E-Mail-Botschaft von Queen Elizabeth II. aus den USA an die Bürger von England im Jahre 1976 stellen in den Siebziger Jahren zwar in mediengeschichtlicher Hinsicht prominente Ereignisse dar, doch bleibt die Nutzung der mit den neuen Netzwerktechnologien gegebenen Kommunikationsmöglichkeiten zunächst noch weitgehend auf exklusive Nutzergruppen beschränkt. Erst mit der Entwicklung kostengünstiger Heimcomputer sowie mit der Etablierung plattformübergreifender Netzwerkprotokolle wurden den Computernetzwerken sowie den mit ihnen gegebenen Kommunikationsdiensten breitere Nutzerkreise sowie neue, nicht mehr lediglich im militärstrategischen und akademischen Umfeld beheimatete Nutzungszusammenhänge erschlossen.

Die Popularität und die Massennutzung von Kommunikationsdiensten im Internet hat in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse der Sprach-, Kommunikations-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften darauf gelenkt, wie sich der Vollzug kommunikativer Handlungen und sozialer Interaktion bei der Nutzung von Kommunikationsangeboten in Computernetzen beschreiben läßt. Die Beschäftigung mit Formen und Ausprägungen computervermittelter Kommunikation steht hierbei im Kontext einer Perspektivierung von Computermedien unter - maßgeblich durch das Internet beeinflußten - veränderten Nutzungsbedingungen, bei welcher Computer nicht mehr primär als Speichermedien, sondern vornehmlich als Medien für einen netzwerkbasierten Datenaustausch und somit auch für die Bereitstellung neuer Kommunikations- und Informationsangebote in den Blick geraten. Die im Rahmen solcher Angebote beobachtbaren medienspezifischen und zugleich durch das vermittelnde Medium bedingten Formen von Kommunikationsvollzügen und Informationsangeboten sind für diejenigen Wissenschaften, die sich traditionellerweise mit interpersonaler Interaktion, soziokommunikativer Gemeinschaftlichkeit und dem Austausch von Information befassen, daher besonders attraktiv, da sich durch sie neue Gegenstände ergeben, an welchen sich nicht nur etablierte Theorien und Methoden kritisch überprüfen lassen, sondern hinsichtlich derer sich z.T. auch neue Perspektiven in bezug auf das ergeben, was bislang als »Kommunikationsverhalten«, »Sozialität« oder »Identität« untersucht wurde.

Die schrittweise Aneigung und Reflexion dieser neuen Gegenstände in den verschiedenen Disziplinen dokumentiert u.a. eine - im angloamerikanischen Raum ab etwa 1991, im deutschsprachigen Raum ab etwa 1995 - merklich zunehmende Anzahl an Publikationen zum Thema. In erster Linie Sammelbände und dem Thema gewidmete Periodika repräsentieren hierbei jeweils die aktuellen Problem- und Interessenlagen in bezug auf die Auseinandersetzung mit computervermittelter Kommunikation sowie mit Informationsangeboten in Netzwerkdiensten. Zu nennen wären hierbei für das Englische beispielsweise Herring (1996) und Jones (1997) sowie das 1995 von Margaret McLaughlin und Sheizaf Rafaeli an der University of Southern California begründete und kontinuierlich als WWW-Publikation geführte »Journal of Computer-Mediated Communication«. Für das Deutsche stellen der bereits 1995 vorgelegte Band 50 der »Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie« (OBST) zum Thema »Neue Medien«, sowie Münker/Roesler (1997), Weingarten (1997), Holly/Biere (1998) und neuerdings Thiedeke (2000) und Thimm (2000) wichtige Stationen der Beschäftigung mit Formen internetbasierter Informationsangebote und computervermittelter Kommunikation dar; weiterhin existiert seit 1998 eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe »Neue Medien im Alltag«, deren Ergebnisse und Forschungsanliegen sukzessive in verschiedenen Veröffentlichungen dokumentiert werden (vgl. Voss/Holly/Boehnke 2000 sowie Boehnke/Döring 2001); daneben ist ein zunehmender Niederschlag der Themenbereiche Neue Medien und Netzkommunikation auch in den Programmen verschiedener Fachtagungen feststellbar, so z.B. in der explizit dem Thema »Sprache und neue Medien« gewidmeten 35. Jahrestagung des Instituts für deutsche Sprache (IDS) aus dem Jahr 1999 (nachzulesen im zugehörigen Jahrbuch, Kallmeyer 2000). Diese und andere Publikationen demonstrieren in vielfältiger Weise, daß die an den Gegenstand geknüpften Fragestellungen das Interesse unterschiedlichster Disziplinen übergreifen. Aus diesem Grunde ist mittlerweile als Bezeichnung für die aus verschiedensten Forschungszusammenhängen motivierte Beschäftigung mit dem gemeinsam perspektivierten Gegenstand verschiedentlich auch der Ausdruck Netzwissenschaft gebräuchlich.(1)

Das spezifisch »Neue« von computervermittelter Kommunikation kann am sinnfälligsten am Beispiel der Chat- bzw. IRC-Kommunikation vorgeführt werden, da Chat und IRC (und daneben auch die sogenannten MUDs und MOOs) - u.a. aufgrund ihrer Nahezu-Synchronizität - als die innovativsten der mit dem Internet gegebenen Kommunikationsformen angesehen werden können. (2) Bereits eine flüchtige Bestandsaufnahme der existierenden Ansätze zur Beschäftigung mit Chat-Kommunikation zeigt den Gegenstand als einen außerordentlich facettenreichen Komplex, der unter verschiedenerlei Perspektiven und unterschiedlichsten Frage- und Problemstellungen fokussiert werden kann (und wird). (3) Vornehmliche Ansatzpunkte sind hierbei beispielsweise Fragen nach den Ausprägungen von Identität und Sozialität in der »Netzwelt«, Fragen nach Besonderheiten der Äußerungsproduktion und -rezeption, Fragen der kommunikationstheoretischen Einordnung der Chat-Kommunikation und der in Chat-Protokollen diagnostizierbaren sprachlichen Sonderformen und nicht zuletzt Ansätze, die auf den Inszenierungscharakter abheben, der nicht selten im Rahmen von kommunikativen Episoden in Chat-»Räumen« beobachtet werden kann. Weiterhin werden in verschiedenen Bereichen der universitären wie außeruniversitären Aus- und Weiterbildung die Einsatzmöglichkeiten von Chat-Werkzeugen, beispielsweise im Rahmen von via Internet abgewickelten Workgroups, Diskussionsgruppen und Lehrveranstaltungen, untersucht. Daneben sind Bemühungen um eine typologische Binnendifferenzierung des Phänomenbereichs »Chat-Kommunikation« feststellbar, etwa in Gestalt von Untersuchungen zu spezifischen Ausprägungsformen von Chat-Angeboten und zu unterschiedlichen Typen von via Chat abgewickelter Konversation: Es gibt unmoderierte Chats, moderierte Chats, themenspezifische Chats, gruppenspezifische Chats, Chat-Events, Beratungs-Chats, Seminar-Chats, Rollenspiel-Chats, Chats mit Avataren, Comic-Chats, ... (um nur einige Ausprägungen zu nennen). Im Rahmen dieser unterschiedlichen Chat-Angebote gibt es Kommunikationsvollzüge in »offenen« und »verschlossenen« Räumen, Kommunikationsvollzüge innerhalb von Gruppen mit offener oder begrenzter Teilnehmerzahl, Zweierkonferenzen, Kommunikationsvollzüge mit spielerisch-theatralem Charakter, Privatkonversationen, Diskussionen, »Cyberflirts« und »Cybersex«, »Flamings« und »Cyberwar«. Bisweilen bleibt hierbei der kommunikative Kontakt nicht nur auf die Inanspruchnahme des jeweiligen Chat-Dienstes selbst begrenzt, sondern setzt sich fort in angegliederten Gästebüchern, Forendiensten, äußert sich in von seiten der Teilnehmer auf privaten Homepages veröffentlichten Texten und Stellungnahmen oder - ganz »real« - im Rahmen gegenseitigen Kennenlernens »in real life«, d.h. bei Blind Dates oder auf sogenannten »Chatter-Treffen« bzw. »Relay-Chat-Parties«.

Der vorliegende Band bringt in einer Reihe von Einzelbeiträgen die unterschiedlichen Zugangsweisen zu Phänomenen der Chat-Kommunikation zur Darstellung und dokumentiert damit zugleich die Interdisziplinarität des damit zusammenhängenden - spannenden wie facettenreichen - Forschungsfeldes. Der Band ist in fünf thematische Rubriken unterteilt, die jeweils für sich und in Ergänzung zueinander unterschiedlichen Motivationen einer Beschäftigung mit Chat-Kommunikation entsprechen (wobei bisweilen thematische Überschneidungen nicht zufällig, sondern vielmehr in Hinblick auf die Interdisziplinarität notwendigerweise gegeben sind):

Teil 1 (Sprache und Interaktion in Chat-Kommunikation) umfaßt vier Beiträge, die unter primär sprachwissenschaftlich motiviertem Ansatz Möglichkeiten des Zugangs zu via Chat abgewickelten Kommunikationsvollzügen aufzeigen: Angelika Storrer diskutiert anhand von Belegen aus unterschiedlichen Typen von Chat-Angeboten und auf der Grundlage der funktional-pragmatischen Unterscheidung von »Text« und »Diskurs« medienspezifische Formen des »Sprecherwechsels« und der Deixis im zweidimensionalen Raum der Bildschirmanzeige. Juliane Schönfeldt geht der Frage nach, inwieweit die »getippten Gespräche« in themenfreien, unmoderierten Chat-Diensten hinsichtlich ihrer Organisationsstrukturen mit Face-to-face-Gesprächen vergleichbar sind und inwieweit sich die in der traditionellen Diskursanalyse entwickelten Kategorien auf eine Beschreibung der Interaktion in Chats anwenden lassen. Jörg Kilian stellt mit der »verschrifteten Umgangssprache« eines der nähesprachlichen Spezifika von E-Mail- und Chat-Kommunikation in den Kontext von historischen Vorläufern aus der Sprach- und Literaturgeschichte und zeigt Zusammenhang und Unterschiede. Michael Beißwenger reflektiert anhand von Beispielen das Konzept des Chat-»Raums« sowie die Möglichkeiten und Formen der (an »Nicknames« und »Figurenkonzepte« geknüpften) Selbstpräsentation im Chat und skizziert Chat-Kommunikation davon ausgehend als eine Interaktionsform, die aufgrund ihrer trägermedialen Rahmenbedingungen ihre Attraktivität unter anderem durch spezifische Möglichkeiten der kommunikativen Selbstinszenierung sowie des interaktiven Spiels mit konsensuell ausgehandelten Simulationen gewinnt.

Teil 2 (Sozialität und Identität in Chat-Kommunikation) wird eröffnet durch einen Beitrag von Nicola Döring, in welchem überblicksartig - ausgehend von einem Vorschlag zur Typologisierung von Chat-Angeboten unter verschiedenen Kriterien - Forschungsdesigns, Untersuchungsmethoden und zentrale Themenkomplexe einer sozialpsychologisch motivierten Beschäftigung mit Chat-Kommunikation vorgestellt werden. Alexander Schestag fragt nach der Auswirkung von Machtstrukturen und Machtmißbrauch auf das Profil virtueller Gemeinschaften und skizziert in diesem Zusammenhang ein ethnologisch motiviertes Konzept für die Bestimmung virtueller Gemeinschaften als »virtueller Kulturen«. Gerit Götzenbrucker und Roman Hummel beschreiben Charakteristika des Beziehungsaufbaus und der Community-Bildung in Chat-Diensten im Vergleich zu MUDs und Newsgroups und thematisieren in diesem Zusammenhang u.a. auch die Bedeutung einer gemeinsam geteilten und dokumentierten »Geschichtlichkeit« für den Zusammenhalt von virtuellen Gemeinschaften.

Teil 3 (Typen von Chats und ihre Nutzer) wendet sich zunächst dem Typus des »Polit-Chats« zu: Hajo Diekmannshenke zeigt anhand eines umfangreichen Korpus von Mitschnitten aus Chats mit bekannten deutschen Politikern Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Politiker-Auftritten in Chats und politischer Kommunikation in Fernseh-Talkshows auf und stellt u.a. fest, daß sich erstere gegenüber zweiteren durch eine deutliche Integration des »Spaßfaktors« auszeichnen. Caja Thimm thematisiert am Beispiel zweier Beratungs-Chats den Wandel der Funktionalität von Chat vom reinen Unterhaltungsmedium und Sozialtreff hin zu einer textbasierten Form der Kommunikation, die thematischen Austausch in gleichermaßen interessierten Gruppen ermöglicht. Claudia Orthmann gibt einen Überblick über die Strategien der Sebstdarstellung und der kommunikativen Kontaktaufnahme von Kindern und Jugendlichen im Chat, John Suler untersucht am Beispiel des Multimedia-Chat-Angebots The Palace Spezifika der Kommunikationsabwicklung, die sich durch die Möglichkeit der visuellen Selbstpräsentation durch sog. »Avatars« ergeben, sowie die Auswirkungen graphischer Interaktionsmittel auf Formen und Strategien sozialer Kontaktaufnahme und den Umgang mit graphisch simulierten »virtuellen Umgebungen«. Karl Kollmann untersucht den Typus des Erotik-Chats unter der Fragestellung, inwieweit sich der Austausch von (simuliertem) Sex und Aufmerksamkeit in rein textbasierten Kommunikationsumgebungen unter einer konsumökonomischen Perspektive beschreiben läßt.

Teil 4 (Chat-Kommunikation im soziokulturellen Kontext) eröffnet mit einer Analyse von Jannis Androutsopoulos und Volker Hinnenkamp zu Code-Switching-Mustern in bilingualen Chat-Angeboten, die von türkischen und griechischen (in Deutschland lebenden) Jugendlichen der 2./3. Migrantengeneration genutzt werden. Michael Beißwenger und Ulrike Pütz beschreiben auf dem Hintergrund der spezifischen Sprachsituation Gehörloser, wie sich in der synchronen textbasierten Kommunikation in sog. »Deafchats« Versprachlichungsprinzipien der Gebärdensprache durch die Strukturen der - für die via Chat notwendigerweise benutzte - »Sprache der Hörenden« Bahn brechen. Nasser Berjaoui geht anhand des marokkanischen Arabischen - eines Dialekts ohne normierte Schreibung - der Frage nach, wie die Nutzer der Kommunikationsform Chat intuitiv bestimmte Formen der Graphie und Orthographie in bezug auf die von ihnen verwendete Sprache herausbilden.

Teil 5 (Chat-Kommunikation für Ausbildung und Lehre - Anwendungen und Perspektiven) widmet sich schließlich der Frage, inwieweit sich Chat-Werkzeuge für die Abwicklung von Online-Bildungsangeboten und »virtuellen Seminaren« einsetzen lassen und wie via Chat angebotene bzw. chatunterstützte Lehrveranstaltungen und Kooperationsformen effizient organisiert werden können. Lothar Lemnitzer und Karin Naumann zeigen hierbei in ihrem »Bericht von einem virtuellen Seminar«, unter welchen konzeptionellen Voraussetzungen Chat-Werkzeuge gewinnbringend im Rahmen der akademischen Lehre eingesetzt werden können und inwieweit die Nutzung medialer Schriftlichkeit einen Mehrwert gegenüber dem rein mündlichen Unterrichtsgespräch aufweisen kann. Teresa Cerratto diskutiert anhand einer Fallstudie Probleme und Perspektiven der Verwendung von MOOs zur Abwicklung von Fortbildungsveranstaltungen; besondere Problempunkte werden hierbei in den konversationellen und technischen Rahmenbedingungen der virtuellen Lern- und Diskussionsumgebung verortet. Jörg Zumbach und Peter Reimann beschließen den Band mit einem Beitrag zu Ursachen und Konsequenzen der vergleichsweise hohen Ausstiegsrate bei der synchronen Online-Zusammenarbeit und stellen einige Strategien vor, anhand derer die Bildung eines positiven Gruppenklimas sowie einer gemeinsamen Gruppenidentität unterstützt werden kann.

Zu jedem der Beiträge findet sich im Anhang des Bandes ein Abstract in deutscher und in englischer Sprache.

Inhalt

Teil 1: Sprache und Interaktion in Chat-Kommunikation - Konzeptionelle Zugänge und Analysen

Angelika Storrer
Die sprachliche Organisation getippter Gespräche: Sprecherwechsel und Deixis in der Chat-Kommunikation

Juliane Schönfeldt
Die Gesprächsorganisation in der Chat-Kommunikation

Jörg Kilian
T@stentöne. Geschriebene Umgangssprache in computervermittelter Kommunikation. Historisch-kritische Ergänzungen zu einem neuen Feld der linguistischen Forschung

Michael Beißwenger
Das interaktive Lesespiel. Chat-Kommunikation als mediale Inszenierung

Teil 2: Sozialität und Identität in Chat-Kommunikation - Konzeptionelle Zugänge und Analysen

Nicola Döring
Sozialpsychologische Chat-Forschung: Methoden, Theorien, Befunde

Alexander Schestag
Macht und Machtmißbrauch im IRC aus ethnopsychologischer Sicht

Gerit Götzenbrucker / Roman Hummel
Zwischen Vertrautheit und Flüchtigkeit. Beziehungsdimensionen in computervermittelten Konversationen - am Beispiel von Chats, MUDs und Newsgroups

Teil 3: Typen von Chats und ihre Nutzer

Hajo Diekmannshenke
»Das ist aktive Politik, Danke und Tschüß Franz« Politiker im Chatroom

Caja Thimm
Funktionale Stilistik in elektronischer Schriftlichkeit: Der Chat als Beratungsforum

Claudia Orthmann
Kinder und Jugendliche auf der Suche nach Gesprächspartnern: »Wer will chatten?«

John Suler
The Psychology of Avatars and Graphical Space in Multimedia Chat Communities or: How I Learned to Stop Worrying and Love My Palace Props

Karl Kollmann
Modellierung der Aufmerksamkeit - Erotik und Chat

Teil 4: Chat-Kommunikation im soziokulturellen Kontext - Sprachenspezifische Einzelanalysen

Jannis Androutsopoulos / Volker Hinnenkamp
Code-Switching in der bilingualen Chat-Kommunikation: ein explorativer Blick auf #hellas und #turks Beispielsequenz zum Beitrag

Michael Beißwenger / Ulrike Pütz
»hauptsache wir verstehen uns gegeneinander« Ver(fremd)sprachlichung und Ausdrucksbildung in textbasierten Gehörlosen-Webchats

Nasser Berjaoui
Aspects of the Moroccan Arabic Orthography with Preliminary Insights from the Moroccan Computer-Mediated Communication

Teil 5: Chat-Kommunikation für Ausbildung und Lehre - Anwendungen und Perspektiven

Lothar Lemnitzer / Karin Naumann
»Auf Wiederlesen!« - das schriftlich verfaßte Unterrichtsgespräch in der computervermittelten Kommunikation. Bericht von einem virtuellen Seminar

Teresa Cerratto
The use of synchronous text-based environments for teacher professional development

Jörg Zumbach / Peter Reimann
Analyse und Förderung komplexer Kooperation und Kollaboration in synchronen Lernumgebungen